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Programm Spielplan Konzerte 2017 Ausgewähltes Konzert
Sonntag | 28. August 2016 | 17:00 Uhr | Achtung Neuer Termin!
Essen | Philharmonie Essen | Alfried Krupp Saal
Preis: € 160 | 140 | 110 | 85 | 50 | Stehplatz € 25
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Erstes Stiftungskonzert zugunsten des Klavier-Festivals Ruhr
Martha Argerich
Preisträgerin des Klavier-Festivals Ruhr 2007
Daniel Barenboim
Preisträger des Klavier-Festivals Ruhr 1999

Achtung Termin- und Programmänderung:

Bitte beachten Sie, dass das Konzert vom 10.07. auf den 28.08.2016 verlegt werden musste. > weitere Infos

Werkeinführung - Stiftungskonzert

Für den Wiener Kritikerpapst Eduard Hanslick gab es keinen Zweifel darüber, dass das vierhändige Klavierspiel „die intimste, die bequemste und in ihrer Begrenzung vollständigste Form häuslichen Musizierens“ sei. Zudem hatte es den Vorteil, dass man – „auf der eigenen Stube“ sitzend – sogar für zwei Pianisten bearbeitete Konzerte, Ouvertüren und ganze Symphonien „verkosten oder nachgenießen“ konnte. Das vierhändige Klavierspiel boomte daher im 19. Jahrhundert. Doch schon Mitte des 18. Jahrhunderts hatte zumindest das junge Geschwisterpaar Wolferl und Nannerl Mozart bereits für enormes Aufsehen gesorgt, als man sich eine Cembalotastatur teilte und darauf vierhändige Kunststückchen vollbrachte.

Seine erste Sonate für Klavier zu vier Händen schrieb Wolfgang Amadeus Mozart 1765 im Alter von neun Jahren. 1781 komponierte er dann seine einzige Sonate für zwei Klaviere für sich und seine Klavierschülerin Josepha Barbara von Auernhammer. Im November wurde die Sonate in D-Dur KV 448 im Wiener Haus ihres Vaters uraufgeführt – und zwar mit „allen succès“, wie Mozart kurz darauf seinem Vater berichtete. Wie er später in einem Brief der Schwester mitteilte, soll seine Schülerin bei der Premiere die erste Stimme gespielt haben. Josepha Barbara muss daher mehr als nur eine begabte Pianistin gewesen sein. Denn der orchestrale Elan, das brillante Passagenwerk, die effektvollen Fanfarenmotive und die impulsive Motorik, mit der gleich der Eröffnungssatz auftrumpft, erfordern schon vier bravourös zupackende Klavierhände. Aber auch das Finale ist spieltechnisch wahrlich kein Zuckerschlecken. Das Andante mag dafür „leichter“ daherkommen. Doch der ihm innewohnende Geist samt seiner Zartheit im Kantablen lässt dafür erahnen, wie es im Himmel klingen muss.

In völlig andere Klangwelten wird man nicht nur mit Claude Debussys „En blanc et noir“ für zwei Klaviere hineingezogen. Mit diesem Klavierzyklus stellte er sein „instinktives Genie für Farbe“ (Igor Strawinsky) unter Beweis. Mit dem Titel „En blanc et noir“ spielte Debussy einerseits auf die Klaviertasten an. Zugleich war das Werk als Hommage an den großen spanischen Maler Francisco de Goya gedacht, der in seinen Graphiken das von Gewalt und Terror durchgeschüttelte 18. Jahrhundert einfing (angelehnt an Goyas „Caprichos“ sollte das Klavier-Triptychon zuerst „Caprices en blanc et noir“ heißen).

Einen durchaus tagespolitischen Hintergrund besitzen daher auch die ersten beiden Sätze. So stellte Debussy dem ersten Stück („Avec  emportement“) ein Zitat aus Charles Gounods „Faust“-Oper voran: „Wer an seinem Platz bleibt und den Tanz nicht mitmacht, gesteht leise ein, dass er was dagegen hat.“ Damit setzte sich der Patriot Debussy selbstkritisch mit seiner passiven Haltung im Ersten Weltkrieg auseinander. Statt aber in dieser Walzer-Caprice den Dreivierteltakt so grell und atemberaubend zu bearbeiten, wie es Ravel in „La Valse“ tat, beschwört Debussy nun mit kühler Eleganz einen schattenhaften Totentanz.

Auch das zweite Stück („Lent. Sombre“) ist ganz von den Zeichen der Zeit geprägt. In Erinnerung an einen gefallenen Leutnant wählte Debussy als Motto Auszüge aus der „Ballade contre les ennemis de la France“ (Ballade gegen die Feinde Frankreichs) von François Villon. Zu hören ist eine bitterböse und heterogen angelegte Abrechnung mit den Deutschen. In dem von Schlachtengeräuschen erfüllten Stück bekommt der Luther-Choral „Ein feste Burg“ plötzlich fratzenhafte Konturen, wird er zum Symbol der deutschen Kriegstreiber, denen sich Debussy wenigstens künstlerisch mit assoziativen Siegesfanfaren entgegenstellt. Von dieser hintergründigen Auseinandersetzung mit der Tagesaktualität hat sich das abschließende „Scherzando“ (Widmungsträger: Igor Strawinsky) befreit. Debussy experimentiert jetzt in diesem durchaus von ost-europäischer Stimmung beeinflussten Stück mit dissonanten Querschlägern und Akkord-Zersplitterungen – um schließlich wieder zu jenen Grautönen zurückzukehren, für die er im gesamten Zyklus „En blanc et noir“ eine ganze neue Farbpalette fand.

Am 31. März 1913 wurde an der Pariser Avenue Montaigne Nr. 15 das Théâtre des Champs-Elysées mit einem Festkonzert eingeweiht. Und bereits zwei Monate später hatte sich dieser schmucke Art Déco-Tempel in eine wahre Hexenküche verwandelt. Kaum war am 29. Mai 1913 der Vorhang zur Uraufführung des Balletts „Le Sacre du Printemps“ hochgegangen, erlebte das Haus eine einzige Publikumsexplosion. Und je länger  die Vorstellung dauerte, desto mehr ging man auf die Barrikaden. Hier duellierte man sich mit Schirmen, dort ohrfeigte eine feine Dame einen jungen Herrn. Der Skandal war perfekt.

Auslöser dafür war natürlich auch Igor Strawinskys Orchestercoup, der die Emanzipation des  rhythmisch Perkussiven unerbittlich auf die Spitze treiben sollte. Als „Massacre du Printemps“ hatte Claude Debussy diese musikalische Ikone der Moderne seines Freundes Strawinsky einmal bezeichnet. Als Pianist hatte Debussy stets ein Prinzip verfolgt: „Man muss vergessen, dass das Klavier Hämmerchen hat.“ Doch fast genau ein Jahr vor der Uraufführung von „Le Sacre du Printemps“ musste selbst Debussy die Handgelenke kräftig durchdrücken, um aus den Hämmerchen wahre Vorschlaghammer zu machen.

Am 2. Juni 1912 war er in das Pariser Haus des französischen Kritikers Louis Laloy eingeladen worden, um gemeinsam mit Strawinsky die von ihm eingerichtete Fassung von „Le Sacre du Printemps“ für Klavier zu vier Händen zu spielen. Und wie sich später Laloy erinnerte, „hatte Debussy sich bereit erklärt, den Secondo […] zu spielen. Strawinsky hatte darum gebeten, seinen Hemdskragen zu öffnen. Mit in den Brillengläsern erstarrtem Blick, die Nase auf die Klaviatur gerichtet, summte er von Zeit zu Zeit eine ausgesparte Partie und entfachte gemeinsam mit den agilen und weichen Händen seines Duopartners, der ihm ohne Probleme folgte und alle Schwierigkeiten zu beherrschen schien, einen betäubenden Klangrausch. Als sie ihr Spiel beendet hatten, gab es keine Umarmungen und keine Komplimente. Wir blieben stumm, wie von einem gerade vorübergezogenen Sturm niedergeworfen, der aus den Tiefen der Zeiten kam und unser Leben an den Wurzeln packte.“
Guido Fischer

Benefizkonzert zugunsten der Stiftung Klavier-Festival Ruhr

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