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Klavier-Festival Ruhr 2017 - Resumee

Ein umjubelter Klavierabend mit dem singulären Grigory Sokolov in der nahezu ausverkauften Mercatorhalle in Duisburg schloss das Klavier-Festival Ruhr 2017 erfolgreich ab. Mit einer Besucherzahl von 57.500 konnte das Festival im Vergleich zum Vorjahr 5.500 Menschen mehr für die 69 Veranstaltungen zwischen 5. Mai und 20. Juli 2017 begeistern. Auch die Zahl von 33 ausverkauften Konzerten liegt mit acht über der Zahl von 2016 (25). Damit konnte das Klavier-Festival Ruhr – so Intendant Prof. Franz Xaver Ohnesorg – sich erneut als ein kultureller Leuchtturm der Region profilieren und seine fast 30jährige Erfolgsgeschichte weiter fortschreiben.

Als Hauptsponsor 2017 konnte das Klavier-Festival Ruhr Evonik Industries AG gewinnen. Unter der Schirmherrschaft von Dr. Klaus Engel, ehemaliger Vorsitzender des Vorstands der Evonik Industries AG, war das Festival in 22 Städten auf 36 Podien der Region vertreten. Dr. Engel betonte, die Region brauche „solche markanten Aushängeschilder und Erfolgsgeschichten wie die des Klavier-Festivals Ruhr, um für ihre Lebendigkeit und Leistungsfähigkeit zu werben.“ Die Evonik Industries AG hat sich anlässlich ihres 10-jährigen Jubiläums erstmalig als Hauptsponsor für das Klavier-Festival Ruhr engagiert.

Das Klavier-Festival Ruhr bleibt auch in der Zeit bis zum Start seiner nächsten Saison im April 2018 präsent: Für Freitag, 22. September 2017, 20 Uhr ist es Intendant Franz Xaver Ohnesorg gelungen, einen ganz großen Star der Jazz-Szene für einen Auftritt in Duisburg zu gewinnen. Diana Krall macht mit ihrem Quartett auf ihrer Welttournee in der Mercatorhalle Station und gibt ihr Debüt beim Klavier-Festival Ruhr, für das nur noch wenige Restkarten erhältlich sind.

Am Donnerstag, 5. Oktober 2017, 20 Uhr begrüßt das Klavier-Festival Ruhr den Bariton Michael Daub und den renommierten Liedpianisten Eric Schneider im Anneliese Brost Musikforum Ruhr in Bochum. Auf dem Programm des Konzerts, das als Koproduktion mit dem Anneliese Brost Musikforum Ruhr veranstaltet wird, stehen Lieder von Ludwig van Beethoven und Robert Schumann. Bereits ausverkauft ist das Weihnachtskonzert am Sonntag, 17. Dezember 2017, 17 Uhr auf Schloss Gartrop in Hünxe, bei dem Olga Scheps Werke von Sergej Prokofjew und Peter Tschaikowsky spielt.

Mit Evgeny Kissin und dem Emerson String Quartet startet das Klavier-Festival Ruhr am Dienstag, 23. Januar 2018 in der Philharmonie Essen erstmals mit einem Neujahrskonzert in sein Jubiläumsjahr. Bei seinem vierten Auftritt beim Klavier-Festival Ruhr spielt Kissin gemeinsam mit einem Streichquartett der absoluten Spitzenklasse Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Gabriel Fauré und Antonín Dvořák.

2018 kann das Klavier-Festival Ruhr sein 30jähriges Jubiläum feiern. Aus diesem Anlass werden sich ein gutes Dutzend Weltklasse-Künstler zusammenfinden, um ihre Freundschaft und Verbundenheit mit diesem weltweit bedeutendsten Pianistentreffen zu zeigen. In einem Benefizkonzert zugunsten der Stiftung Klavier-Festival Ruhr gestalten sie gemeinsam ein Konzert in der Historischen Stadthalle Wuppertal am Freitag, 9. März 2018, für das es bereits eine Warteliste gibt. Zu diesem Gipfeltreffen haben unter vielen anderen Martha Argerich, Alfred Brendel, Anne-Sophie Mutter, Thomas Quasthoff und Sir András Schiff ihr Kommen zugesagt.

Erstmals 2017: Schwerpunkte in Bochum und Wuppertal

Dank der bewährten Zusammenarbeit mit den Bochumer Symphonikern und ihrem Chefdirigenten Steven Sloane war das weltweit größte Pianistentreffen erstmals mit sechs Konzerten – davon fünf ausverkauft – im neuen Anneliese Brost Musikforum Ruhr in Bochum zu Gast, u.a. schon beim Eröffnungskonzert am 5. Mai 2017 mit dem Klavierduo Christina und Michelle Naughton.

Künstlerische Höhepunkte setzten der Klavierabend mit dem brasilianischen Grandseigneur Nelson Freire und das tief bewegende Debüt des 93jährigen Menahem Pressler. Der Kritiker Bernd Aulich hob in der Recklinghäuser Zeitung „die besondere Aura dieses Abends“ und das „geistig hellwache, lebendige und flexible Spiel“ des Pianisten des ehemaligen Beaux Arts Trios hervor. Auf überwältigende Resonanz stieß das Konzert anlässlich des 70. Geburtstags von Gidon Kremer, bei dem an der Seite des legendären Geigers die Pianisten Martha Argerich und Lucas Debargue zu erleben waren. Mit virtuosem Jazz der Spitzenklasse verwöhnte Denis Matsuev in einem Konzert mit den Bochumer Symphonikern unter Steven Sloane das Publikum.

Auch in Wuppertal war das Klavier-Festival Ruhr in diesem Jahr dank engagierter Sponsoren vor Ort erstmals mit fünf Konzerten vertreten, vier davon in der Historischen Stadthalle. Mit „begeistertem Beifall“, so die Westdeutsche Zeitung, quittierte das Wuppertaler Publikum den ausverkauften Schubert-Abend Daniel Barenboims. Mit Werken von Leonard Bernstein und George Gershwin brachten Jean-Yves Thibaudet und das Orchester der Ludwigsburger Schlossfestspiele unter Leitung von Pietari Inkinen die Stadthalle zum Swingen. Gabriela Montero bezauberte bei ihrem Konzert das Publikum: Von Zuhörern gewünschte amerikanische Themen verwandelte die temperamentvolle Venezolanerin in überraschende Improvisationen. Die gute Laune setzte sich fort beim Auftritt von Thomas Quasthoff mit seinem hochkarätigen Trio: Der Jazz liebende Bariton brachte mit dem Pianisten Frank Chastenier, dem Bassisten Dieter Ilg und dem Drummer Wolfgang Haffner erstklassige Jazzer mit an die Wupper. Auch im nächsten Jahr setzt das Klavier-Festival Ruhr diese erfolgreiche Partnerschaft mit der Historischen Stadthalle Wuppertal fort.

Die musikalische Vielfalt der beiden Amerikas

Zum dritten Mal nach 2002 und 2017 hatte Franz Xaver Ohnesorg den Fokus des Festivals auf die „Neue Welt“ gerichtet. Der programmatische Schwerpunkt „The Americas“ machte deutlich, wie sich die vielfältigen kulturellen Traditionen in Nord- und Südamerika in einer reichen und innovativen Musik widerspiegeln. Franz Xaver Ohnesorg hierzu: „Wir wollten an die humanistischen Werte der Künstler aus Amerika erinnern, etwa von Philip Glass, John Adams, Leonard Bernstein und nicht zuletzt George Gershwin. Sie haben mein Bild von Amerika nachhaltig geprägt. Zudem lohnt es sich, daran zu erinnern, welche ungehobenen Schätze die südamerikanische Klaviermusik birgt, zum Beispiel in den Werken von Alberto Ginastera, Heitor Villa-Lobos oder Astor Piazzolla.“

Zahlreiche Pianisten nahmen Werke nord- und südamerikanischer Komponisten in ihr Programm auf und entwickelten extra für das Klavier-Festival Ruhr eigene Konzertprogramme. So zum Beispiel Sebastian Knauer, der seinen Abend in Schwelm mit Werken von Samuel Barber, Leonard Bernstein, Aaron Copland und George Gershwin gestaltete. Auch Tamara Stefanovich stellte in Essen-Werden neben die Uraufführung eines Auftragswerks des Klavier-Festivals Ruhr von Vassos Nicolaou Stücke der amerikanischen „Klassiker“ Elliott Carter, Aaron Copland und Charles Ives.

Pierre-Laurent Aimard präsentierte in seinem gefeierten Konzert in Duisburg Charles Ives‘ Piano Sonata No. 2 ‚Concord, Mass., 1840 – 60‘. Das charismatische Duo Ya-Fei Chuang und Robert Levin stellte in Bottrop hierzulande kaum bekannte amerikanische Komponisten wie Harold Shapero, Earl Wild oder Yehudi Wyner vor. Joseph Moog widmete sich in Münster der Sonata No. 2 ‚Eroica‘ des amerikanischen Spätromantikers Edward MacDowell und spielte als Uraufführungen eigene Bearbeitungen von Themen aus dem American Songbook. Und zu Recht verstand das Publikum beim letzten der beiden Klavierabende Igor Levits in Düsseldorf die Variationen von Frederic Rzewski über das chilenische Freiheitslied The People United Will Never Be Defeated als Statement für Humanität und Freiheitswillen.

Höhepunkt der vielfältigen Annäherungen an die amerikanische Musiklandschaft waren die beiden Abende mit Maki Namekawa und Dennis Russell Davies auf Zeche Zollverein. In ihrem ersten Konzert schlugen die beiden seit langem mit dem Klavier-Festival Ruhr freundschaftlich verbundenen Pianisten einen Bogen von Aaron Coplands El Salón México in einem Arrangement Leonard Bernsteins hin zu John Adams‘ Hallelujah Junction. Am zweiten Abend kam der Komponist Philip Glass dazu und gestaltete gemeinsam mit dem Duo einen ausverkauftes, mit Standing Ovations gefeiertes Konzert mit Glass-Werken, darunter das Auftragswerk des Klavier-Festivals Ruhr, das 2008 uraufgeführt wurde und von der Ruhr aus einen Siegeszug durch die Welt angetreten hat: Four Movements for Two Pianos.

Preis des Klavier-Festivals Ruhr an Philip Glass, Dennis Russell Davies und Maki Namekawa

Intendant Franz Xaver Ohnesorg zeichnete bei diesem Konzert Philip Glass, Dennis Russell Davies und Maki Namekawa mit dem Preis des Klavier-Festivals Ruhr 2017 aus. Mit großer Freude betonte er, dass der 80. Geburtstag von Philip Glass – der im Januar in New York begangen wurde – in Deutschland jetzt beim Klavier-Festival Ruhr gefeiert werde. Allen drei Preisträgern dankte er für ihre Hingabe an zeitgenössische Musik und ihre Entdeckerfreude. „Wir verdanken Maki Namekawa und Dennis Russell Davies eine Reihe von Weltersteinspielungen und eine Box mit amerikanischer Klaviermusik in der CD-Edition Klavier-Festival Ruhr. Es ist euer Idealismus und – mehr noch – eure Freundschaft, die das möglich macht“ – so der Intendant des Klavier-Festivals Ruhr, Franz Xaver Ohnesorg, bei der Preisübergabe.

Vierzehn Debütkonzerte

Die Förderung des pianistischen Nachwuchses gehört seit seiner Gründung zu den zentralen Anliegen des Klavier-Festivals Ruhr. 2017 verzeichnet die Statistik 14 Debütkonzerte, darunter wieder zwei Auftritte von Siegern in internationalen Wettbewerben in der Reihe „Die Besten der Besten“. In der neuen Spielstätte des Festivals – im Hans-Sachs-Haus in Gelsenkirchen –debütierten Nikita Mndoyants, Gewinner der Cleveland International Piano Competition 2016, und Szymon Nehring, der erst kurz zuvor zum Sieger des Arthur Rubinstein Wettbewerbs in Tel Aviv gekürt worden war. Die Presse bewunderte Mndoyants für seine „Fähigkeit, krasse Ausdrucksgegensätze auf den Punkt zu bringen, ohne die Eleganz preiszugeben“ (Bernd Aulich) und schrieb über Nehring, er „sorgte mit pointiertem Anschlag für einen frischen, unverbrauchten Hörgenuss“ (Anne Bolsmann).

Seit langem arriviert und auf vielen Podien zu Hause ist der Debütant Jeremy Denk. Der Amerikaner reflektierte in Duisburg in einem klugen Programm Aspekte des Tänzerischen in der Klaviermusik aus vier Jahrhunderten, beginnend mit Byrd, Bach und Mozart bis hin zu Scott Joplin oder Paul Hindemith. Auch andere Debütanten stellten sich auf den Festival-Schwerpunkt ein: Anna Zassimova etwa kombinierte in Moers Chopin und Schumann mit der wunderbaren Klaviersonate Nr. 1 von Nikolai Medtner und schwungvoller Musik aus Südamerika, etwa von José de Almeida Prado, Jose Vieira Brandão oder Francisco Mignone. Plamena Mangova erkundete in ihrem abwechslungsreichen Programm im Gustav-Lübcke-Museum in Hamm, was Franz Schubert und Claude Debussy mit George Gershwin, Samuel Barber und Alberto Ginastera verbindet. Der Stipendiat des Klavier-Festivals Ruhr 2016, Lucas Jussen, entzückte auf Haus Opherdicke in Holzwickede das Publikum mit einer Miniatur seines niederländischen Landsmanns Peter Schat und mit Rhythmen aus Amerikas Norden (George Gershwin) und Süden (Heitor Villa-Lobos).

Intendant Franz Xaver Ohnesorg zu den diesjährigen Debüts: „Zu den Sternstunden bei den diesjährigen Debut-Konzerten gehören ganz sicher die Rezital-Premiere des 93jährigen Doyens der internationalen Pianistenszene, Menahem Pressler, und tags darauf die Deutschland-Premiere des gerade erst 14jährigen Jazz-Pianisten Joey Alexander mit seinem Trio – beides unvergessliche Abende des Festival-Jahrgangs 2017.“

Magische Momente mit Meisterpianisten

Viele Meisterpianisten unserer Zeit folgten auch 2017 der Einladung zum weltweit wichtigsten Klavier-Ereignis, unter ihnen das Klavierduo Katia und Marielle Labèque, die in Duisburg unter anderem Philip Glass‘ Four Movements for Two Pianos spielten, Khatia Buniatishvili mit einem gefeierten Abend in Dortmund, Radu Lupu mit einem höchst beeindruckenden klassischen Programm in Düsseldorf, Rafał Blechacz, vollendet mit Bach, Beethoven und Chopin in Essen, und Rudolf Buchbinder mit seinem Lieblingskomponisten Beethoven, ebenfalls in der Essener Philharmonie.

Stets ein Höhepunkt des Festivals sind die Abende mit Sir András Schiff, der nicht nur bei einem kommentierten Konzert in Dortmund mit sehr persönlichen Einsichten die Verbindungen zwischen Johann Sebastian Bach, Béla Bartók, Leoš Janáček und Robert Schumann ausleuchtete, sondern in Haus Fuhr in Essen-Werden sein umfangreiches Wissen in einem Meisterkurs an die junge Generation weitergab. Nahezu ausverkauft war die Philharmonie Essen auch, als Hélène Grimaud gemeinsam mit den Cellisten Jan Vogler auftrat: „Faszinierend, wie Grimaud und Vogler die Cellosonate von Debussy in ein duftig leichtes Gedicht aus Tönen verwandelten“, schwärmte Klaus Stübler in den RuhrNachrichten. Für Klavierfreunde ein absolutes „Must“ waren die beiden Abende in Mülheim, bei denen der finnische Pianist Olli Mustonen, der in diesem Jahr 50 wurde, sämtliche Klaviersonaten von Sergej Prokofjew interpretierte.

Jazz vom Feinsten

Acht Konzerte umfasst die JazzLine des Klavier-Festivals Ruhr 2017. Michel Camilo mit seinem special guest, dem Gitarristen Tomatito, eröffnete sie mit einem ausverkauften Konzert im Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen. Gute Bekannte des Festivals sind inzwischen Hilario Durán, der mit Chucho Valdés und der WDR Big Band Köln die Reihe in Essen fortgesetzt hat, und Chilly Gonzales, der in Essen seine Vielseitigkeit unter Beweis stellte. In Duisburg debütierte die charmante Sarah McKenzie mit ihrem Quartett; im Grillo Theater in Essen verzauberte der erst 14jährige Jazzer Joey Alexander die Zuhörer im ausverkauften Saal mit seiner immensen Musikalität.

 

Klavier-Festival Ruhr 2018

Das Klavier-Festival Ruhr 2018 findet von 19. April bis voraussichtlich Mitte Juli statt. Das Frühbucher-Angebot für das Festival 2018 wird ab Mitte November verfügbar sein und rechtzeitig angekündigt.

 

 

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