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Hattingen Wehr
Freitag den 11. Juni 2010

Klavier-Festival Ruhr ehrt Grigory Sokolov

 

Der gefeierte russische Pianist Grigory Sokolov nahm am Do. 10. Juni in der Philharmonie Essen den diesjährigen Preis des Klavier-Festivals Ruhr entgegen. Die Ehrung erfolgte im Rahmen eines umjubelten Konzerts in der Philharmonie Essen, bei dem der Künstler Werke von Johann Sebastian Bach, Johannes Brahms und Robert Schumann spielte sowie zahlreiche Zugaben von Frédéric Chopin und Alexander Skrjabin. Der Ehrenpreis wurde vom Initiativkreis Ruhr ins Leben gerufen, um außerordentliche pianistische Leistungen zu würdigen oder einen Pianisten für sein Lebenswerk auszuzeichnen.

 

Der 1950 in Leningrad geborene Pianist, der beinahe ausschließlich live zu erleben ist, zählt zu den bedeutendsten Interpreten unserer Zeit. Neben der uneingeschränkten technischen Beherrschung seines Instruments ist es seine enorme Konzentration und absolute Hingabe, die seinen Konzerten eine ganz besondere Aura verleihen. In ihrer Laudatio würdigte Julia Spinola, leitende Musikredakteurin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Grigory Sokolov für das „Geheimnis seiner Vollkommenheit“. Er sei ein außerordentlicher Künstler, dessen Spiel so klinge, „als seien die Werke gerade erst erfunden worden – und zugleich so schlüssig, als könnten sie nur so und niemals anders klingen.“ In seinen Konzerten fühle sich das Publikum in einer Art Symbiose mit der Musik.

 

Dem Klavier-Festival Ruhr gab Grigory Sokolov in diesem Jahr bereits zum 15. Mal die Ehre. Zuletzt wurde er vom Festivalpublikum 2009 für seine Beethoven- und Schubert-Interpretationen in der Essener Philharmonie mit Ovationen gefeiert. Festival-Intendant Franz Xaver Ohnesorg dankte dem Pianisten für seine Treue zum Klavier-Festival Ruhr und überreichte ihm symbolisch die Stahlplastik „Diapason“ des Düsseldorfer Bildhauers Friederich Werthmann. Mit dem Preis verbunden ist die Vergabe eines Stipendiums an einen Pianisten.

 

Grigory Sokolov ist der 13. Träger dieser Auszeichnung nach Bella Davidovich (1998), Daniel Barenboim (1999), Dmitri Bashkirov (2000), Graham Johnson (2001), Leon Fleisher (2002), Pierre-Laurent Aimard (2003), Alfred Brendel (2004), Pierre Boulez (2005), Chick Corea (2006), Martha Argerich (2007), Maurizio Pollini (2008) und András Schiff (2009).

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