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Praxis kreativer Musikunterricht

Einleitung

Seit über 30 Jahren ist der englische Musiker und Pädagoge Richard McNicol als Musikvermittler tätig. Hauptziel seiner Arbeit ist es, Kinder und Jugendliche für einen schöpferischen Umgang mit Musik zu begeistern und sie zugleich dabei zu unterstützen, ihre eigenen kreativen Fähigkeiten zu entdecken und weiterzuentwickeln. Welche Prinzipien und Ideen seine Arbeit leiten, erfahren Sie im Folgenden. Die männliche Form, die wir aus Gründen der besseren Lesbarkeit verwenden, steht hier immer für beide Geschlechter (Lehrer und Lehrerinnen, Schüler und Schülerinnen etc.).

Zur Idee und Entwicklung des kreativen Musikunterrichts

Im traditionellen Musikunterricht an Schulen spielt die kreative Beschäftigung mit Musik häufig nur eine untergeordnete Rolle. Dabei macht es vielen Kindern Spaß, Musik nicht nur zu hören und zu spielen, sondern auch selbst zu erfinden. Ziel des kreativen Musikunterrichts ist es, Kinder dabei zu unterstützen, ihre eigenen musikalischen Ideen zu entwickeln und diese auch selbst aufzuführen. Die Rolle des Lehrers besteht darin, den Schülern Aufgaben zu stellen, mittels derer sie selbständig eigene musikalische Lösungen erarbeiten können. Zugleich führt er die Schüler nach und nach auch in die Grundlagen der Improvisation und Komposition ein.

Dass viele Schüler durch die eigene kreative Tätigkeit ein anderes Verhältnis zur Musik entwickeln, zeigt sich in einem Land wie Großbritannien. Die schöpferische Beschäftigung mit Musik hat dort die Vielfalt der musikalischen Aktivitäten in der Schule wesentlich erweitert und zugleich die Möglichkeit geschaffen, die unterschiedlichen Begabungen und die verschiedene Herkunft der Schüler in das Unterrichtsgeschehen einzubeziehen. Mittlerweile ist die Erfindung von Musik ein fester Bestandteil des regulären Lehrplans an britischen Schulen. Improvisation und Komposition stehen gleichberechtigt neben andern Aktivitäten wie Singen, Instrumentalspiel und der Beschäftigung mit der Geschichte und Theorie der Musik. Auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern spielen Formen des kreativen Musikunterrichts eine immer wichtigere Rolle.

Kreative Arbeit und klassisches Repertoire

Viele Schüler empfinden das Lösen musikalischer Probleme als eine spannende Tätigkeit. Die Erfahrung zeigt, dass es Kindern nicht nur Spaß macht, Musik selbst zu erfinden, sondern dass sie dabei auch ein tieferes Verständnis musikalischer Prozesse entwickeln. Als besonders fruchtbar erweist sich dabei ein Ansatz, der ein faszinierendes Werk der Musikgeschichte oder einen Musikstil als Ausgangspunkt des kreativen Musizierens im Klassenzimmer nimmt. Indem die Kinder sich mit ähnlichen musikalischen Problemen und Fragestellungen wie der Komponist beschäftigen, entwickeln sie einen aktiven Zugang zu dessen Musik. Sie entwickeln ihre eigene musikalische Imaginationskraft und schulen zugleich ihr kritisches Urteilsvermögen.

Hierfür ist es notwendig, dass der Lehrer im Vorfeld einfache Elemente und kompositorische Probleme aus dem jeweiligen Bezugswerk auswählt. Auf der Basis dieses Materials formuliert er Aufgaben, anhand derer die Kinder dann im Klassenzimmer ihre eigene Musik erfinden können. Es empfiehlt sich, dass die Kinder das Bezugswerk erst am Ende dieses Prozesses zum ersten Mal hören. Auf diese Weise wird die Phantasie nicht von vorneherein in eine bestimmte Richtung gelenkt.

Natürlich bestehen zwischen der Musik der Kinder und dem Bezugswerk des Komponisten nicht nur hinsichtlich der Komplexität der kompositorischen Aufgaben und deren Lösung große Unterschiede. Während die Komponisten ihre Musik für Klavier, Orchester oder Kammerensemble geschrieben haben, entwickeln die Kinder ihre Musik auf Orff-Instrumenten oder – wenn sie bereits Instrumentalunterricht haben – auf ihren eigenen Instrumenten.

Welche Werke eigenen sich?

Im Prinzip eigenen sich alle Stücke, die die Fantasie der Kinder anregen. Allerdings sollte die Musik so beschaffen sein, dass die Kinder sie sich ohne die Beherrschung komplexer Kompositionstechniken praktisch erschließen können. Zahlreiche Werke des 20. Jahrhunderts bieten vielfältige Ansatzpunkte für eine praktische Annäherung. Die Musik Mozarts hingegen lässt sich für Schüler ohne detaillierte Kenntnisse des klassischen Tonsatzes auf diese Weise nicht erschließen.

Andere Inspirationsquellen

Natürlich müssen kreative Musikprojekte nicht unbedingt auf ein spezifisches Werk oder die Musik eines bestimmten Komponisten Bezug nehmen. Eine Geschichte, ein persönliches Erlebnis, ein Bild, ein Film, eine musikalische Technik (z. B. das Prinzip des Ostinato oder der Variation) oder eine musikalische Struktur können ebenso ein ausgezeichneter Ausgangspunkt für die Erfindung von Musik sein. Entscheidend ist, dass die Kinder eine Reihe von klar definierten und aufeinander aufbauenden Aufgaben erhalten, die ihnen ermöglichen, ihre eigene Musik zu entwickeln. Die Elemente, die sie dabei benutzen, müssen so einfach und zugleich so interessant sein, dass sie sie verstehen und mit Freude verwenden.

Was können Kinder bei diesem Prozess lernen?

Entwicklung musikalischer Fähigkeiten

Schüler, die sich ein Werk durch eigene schöpferische Tätigkeit erschlossen haben, bemerken rasch die Ähnlichkeiten, die zwischen ihrer eigenen Musik und dem jeweiligen Bezugswerk bestehen. Sie können erklären, was der Komponist erreichen wollte und wie er sein Ziel musikalisch umgesetzt hat. Darüberhinaus schult die kreative Arbeit das kritische Urteilsvermögen der Schüler. Sie sind in der Lage, zu erläutern, was sie in dem jeweiligen Musikwerk überzeugt, und was dem Komponisten ihrer Meinung nach nicht so gut gelungen ist.

Entwicklung sozialer und persönlicher Fähigkeiten

Kreativer Musikunterricht, bei dem alle Schüler einer Klasse in Gruppenarbeit Musik erfinden und spielen, fördert nicht nur musikalische Kompetenzen. Die gemeinsame musikalische Aktivität kann sich auch positiv auf die Entwicklung von persönlichen und sozialen Fähigkeiten auswirken. In der Projektarbeit werden die Kinder dazu angeregt, in kleinen Gruppen zusammenzuarbeiten und gemeinsam ihre Ideen zu diskutieren und weiterzuentwickeln. Dabei lernen sie, einander zuzuhören, zu verhandeln und gemeinsam Entscheidungen zu fällen. Außerdem lernen die Schüler, schwächere Kinder in die Gruppe zu integrieren und sich vor anderen zu präsentieren. In diesem Zusammenhang können sie auch ihre Konzentrationsfähigkeit und ihre Disziplin weiterentwickeln, ohne die das Zusammenspiel in einer Gruppe nicht möglich ist. Schließlich steigert die kreative Arbeit bei vielen Kindern das Selbstvertrauen.

Zuhören lernen

Wir leben in einer Gesellschaft, in der wir und unsere Kinder durchgängig von Geräuschen umgeben sind. In vielen Häusern läuft ununterbrochen der Fernseher, das Radio oder die Stereoanlage. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass es vielen Kindern immer schwerer fällt, über einen längeren Zeitraum konzentriert zuzuhören.
Viele Lehrer berichten, dass kreative Musikprojekte ein wirksames Mittel sind, um die Fähigkeit des aufmerksamen Zuhörens bei Kindern wieder zu stärken. Beim gemeinsamen Improvisieren lernen die Kinder und Jugendlichen, auf das Spiel ihrer Mitschüler zu hören. Wenn sie selbst ein spezifisches musikalisches Problem bearbeitet haben, verfolgen sie aufmerksam und mit großem Interesse die „Lösungen“, die ein bedeutender Komponist für dieses Problem gefunden hat.
Erklären Sie den Kindern, dass Zuhörer und Ausführende in einem Konzert in engem Kontakt miteinander stehen. Achten Sie darauf, dass die ausführenden Gruppen erst mit ihrer Präsentation beginnen, wenn im Klassenraum absolute Stille herrscht.

Weitere Informationen zum kreativen Musikunterricht

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