Helge Schneider

Helge Schneider wurde 1955 in Mülheim an der Ruhr geboren. Mit fünf Jahren begann er mit dem Klavierspiel, mit sieben nahm er Cello-Unterricht. Die Schule indes brach er ab und begann eine Lehre als Bauzeichner. Nach einer Sonderbegabtenprüfung wurde er 1972 am Duisburger Konservatorium aufgenommen, brach das Studium jedoch ebenfalls ab, da er den Jazz nicht ausreichend berücksichtigt sah.

Bis 1977 schlug er sich in einer Reihe verschiedener Berufe durch, um dann endlich ganz von der Kunst zu leben. Verschiedenen Bandprojekten, Stummfilmbegleitungen und kleineren Schauspielrollen (unter anderem mit Christoph Schlingensief) folgten in den Achtzigern Moderationsaufträge beim WDR und beim Hessischen Rundfunk, wo er immer öfter in Sketchen zu sehen und zu hören war.

1989 erschien der erste Tonträger, „Seine größten Erfolge“. Die wilde Mixtur aus Absurdem und Musikparodie machte Schneider bis Ende 1990 bundesweit bekannt. Grundlage in allen Bereichen von Schneiders Schaffen – auch im Text – ist dabei die Improvisation. 1992 gelingt mit dem Album „Guten Tach“ der kommerzielle Durchbruch, 1993 wird die Single „Katzeklo“ zu einem Riesenhit im deutschsprachigen Raum, es folgen immer wieder Hits wie „Helges Mörchen-Lied“, „Fitze Fitze Fatze“,“Wurstfachverkäuferin“ oder zuletzt „Sommer, Sonne, Kaktus!“.

Ein Teil der Kritik erhebt den Multiinstrumentalisten zum neuen Karl Valentin, andere Stimmen wiederum bedauern den Verfall der abendländischen Kultur. Schneider kümmert sich wenig um Pressestimmen, arbeitet wie besessen, dreht Filme wie „Texas – Doc Snyder hält die Welt in Atem“ (1993), verfasst Hörspiele und Romane („Eiersalat – Eine Frau geht seinen Weg“, 1999). 1999 gründet er für einen Abstecher in den Rock’n’Roll die Band Firefuckers, 2004 und 2005 geht er mit einem Jazztrio auf Tournee, dem neben Bassist Jimmy Woode auch der Schlagzeuger Pete York angehört.

Nach dem Erfolg seines Musicals „Mendy – das Wusical“ am Bochumer Schauspielhaus wird dort 2005 Schneiders zweite Theaterproduktion aufgeführt: „Aprikose, Banane, Erdbeer – Kommissar Schneider und die Satanskralle von Singapur“. Im gleichen Jahr erschien das Album „Füttern verboten!“, mit ausgewählten Improvisationen, Songs und Episoden die während der Live-Auftritte des Künstler mitgeschnitten wurden. Ein Jahr später erschien das Buch „Globus Dei: Vom Nordpol bis Patagonien“ in dem Schneider eine anlässlich seines anstehenden 50. Geburtags unternommene Weltreise beschrieb. Das Werk erschien auch als Hörbuch. 2007 erschien mit „I Brake Together“ das nächste Studiowerk – erneut eine Mischung aus Songs und Hörspiel-Episoden.

Im Kino brilliert Schneider als Gastdarsteller in Ottos „7 Zwerge“-Filmen sowie in „Jazzclub – Der frühe Vogel fängt den Wurm“ und natürlich als absurd-chaotischer Ermittler 00 Schneider in „Die Jagd auf Nihil Baxter“ und im zweiten Teil „00 Schneider – Im Wendekreis der Eidechse“. Größtes Kritikerlob erhielt er zu Recht auch für die hintersinnige NS-Groteske „Mein Führer – Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler“.

05
Mo
Montag, 05. Juni 2023 | 20:00 Uhr
Essen Lichtburg

€ 35 | ermäßigt 25

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