Grigory Sokolov

Preisträger des Klavier-Festivals Ruhr 2010

Der einzigartige, unwiederholbare Charakter von live gespielter Musik ist ein entscheidender Aspekt, um die Ausdrucksschönheit und die bezwingende Ehrlichkeit von Grigory Sokolovs Kunst zu verstehen. Die poetischen Interpretationen des russischen Pianisten, die mit mystischer Intensität im Konzertsaal lebendig werden, basieren auf einer fundierten Kenntnis seines umfangreichen Repertoires. So umfassen seine Rezital-Programme die gesamte Musikgeschichte: von ranskriptionen geistlicher Polyphonie des Mittelalters und Werken für ein Tasteninstrument von Byrd, Couperin, Rameau, Froberger und Bach, über das klassische und romantische Repertoire, besonders Beethoven, Schubert, Schumann, Chopin und Brahms bis hin zu Schlüsselkompositionen des 20. Jahrhunderts von Prokofieff, Ravel, Scriabin, Rachmaninoff, Schönberg und Strawinsky.

Grigory Sokolov wurde am 18. April 1950 in St. Petersburg geboren. Als Fünfjähriger begann er mit dem Klavierspiel, zwei Jahre danach nahm er sein Studium bei Liya Zelikhman an der Zentralen Musikschule des Leningrader Konservatoriums auf, und mit 12 Jahren gab er sein erstes Rezital in seiner Heimatstadt. Als Sechzehnjähriger machte der junge Sokolov Schlagzeilen über die Sowjetunion hinaus, als er im Jahr 1966 – als jüngster Musiker überhaupt – die begehrte Goldmedaille des Internationalen Tschaikowsky-Wettbewerbs in Moskau erhielt. Während Grigory Sokolov in den 1970er-Jahren ausgedehnte Konzertreisen in die USA und nach Japan unternahm, entwickelten sich, fernab vom internationalen Scheinwerferlicht, seine künstlerischen Fähigkeiten weiter und wurden reifer. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion begann Sokolov, in den großen internationalen Konzertsälen und bei den wichtigsten Festivals aufzutreten. Als Konzertsolist arbeitete er mit vielen Orchestern, wie dem New York Philharmonic, Concertgebouworkest Amsterdam, Philharmonia Orchestra in London, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und den Münchner Philharmonikern,
bevor er sich letztlich entschloss, nur noch Solo-Rezitals zu spielen. Heute gibt Grigory Sokolov etwa 70 Konzerte pro Spielzeit; dabei widmet er sich jeweils ganz einem einzigen Programm.

Sokolov gehört zu den eher seltenen Pianisten, die sich sehr für die Mechanik, das Innenleben eines Flügels interessieren. Er liebt es, sich mit dem Stimmer vor Ort über den zu spielenden Flügel auszutauschen; für ihn hat jeder Flügel seinen eigenen unverwechselbaren Charakter, den es zu erkennen gilt. Für Sokolov geht es im Zusammenspiel zwischen Pianist und Flügel um eine Partnerschaft. Nur so kann er die ganze Bandbreite eines Instrumentes ausloten. Kritiker beschreiben oft seine Fähigkeit, inmitten eines polyphonen Textes individuelle Stimmen hervorzuheben.

Sokolov ist exklusiv bei der Deutschen Grammophon: Die erste CD erschien 2015, ein Livemitschnitt von den Salzburger Festspielen mit Werken von Mozart, Chopin, Bach, Rameau und Scriabin; 2016 folgte eine CD mit Werken von Schubert und Beethoven. Im Jahr 2017 veröffentlichte die DG ein Album mit Klavierkonzerten von Mozart und Rachmaninoff, begleitet vom Dokumentarfilm A Conversation That Never Was (auf DVD) von Nadja Zhdanova, ein Portrait Grigory Sokolovs, basierend auf Interviews von Freunden und Kollegen des Maestros, ergänzt durch bislang unveröffentlichtes Material aus Privatarchiven. Der Doppel-CD mit DVD aus dem Jahr 2020 mit Werken von Beethoven, Brahms und Mozart folgt im April 2022 eine neue CD/DVD mit einer Aufnahme aus dem Schloss Esterhazy in Eisenstadt. Diese letzte Veröffentlichung enthält drei Haydn-Sonaten, die vier Schubert-Impromptus op. 142 und eine großzügige Auswahl an Zugaben.

Beim Klavier-Festival Ruhr tritt Grigory Sokolov 2022 bereits zum 24. Mal auf.

 

Grigory Sokolov beim Klavier-Festival Ruhr: 23 Konzerte seit 1993

1993      Bochum
Debütkonzert, u.a. mit Drei Préludes aus op. 23 von Sergej Rachmaninow und Trois Mouvements de „Petrouchka“ von Igor Strawinsky

1996      Dortmund
Solorezital, u.a. mit einer Auswahl von Nocturnes aus op. 32 & 48 von Frédéric Chopin und einer Auswahl von Préludes aus op. 3 & 23 von Sergej Rachmaninow

1998      Bochum
Solorezital, u.a. mit Suite in G von Jean-Philippe Rameau und Klaviersonate Nr. 16 op. 31/1 von Ludwig van Beethoven

1999      Essen
Solorezital, u.a. mit Le Tombeau de Couperin von Maurice Ravel und Music for Virginal von William Byrd

2000      Moers/Essen
Zwei Solorezitale, u.a. mit Arabeske op. 18 von Robert Schumann und einer Auswahl von Mazurkas (u.a. aus op. 63 & op. 68) von Frédéric Chopin

2001      Mülheim an der Ruhr
Solorezital, u.a. mit 13. Ordre (Nr.1-5) aus „Pièces de Clavecin“ von François Couperin und Prélude, choral et fugue in h-Moll FWV 21 von César Franck

2003      Mülheim an der Ruhr
Solorezital, u.a. mit den Klaviersonaten Nr. 9 op. 14/1, Nr. 10 op. 14/2 & Nr. 15 op. 28 „Pastorale“ von Ludwig van Beethoven und Chaconne in d-Moll in der Fassung für die linke Hand allein aus der Partita Nr. 2 von J.S. Bach von Johannes Brahms

2004      Dortmund
Solorezital, u.a. mit Partita Nr. 6 BWV 830 von Johann Sebastian Bach und Sonate Nr. 32 op. 111 von Ludwig van Beethoven

2005      Essen
Solorezital, u.a. mit Polonaise-Fantasie in As-Dur op. 61 von Frédéric Chopin und Sonate Nr. 21 in A-Dur op. posth. D 959 von Franz Schubert

2006      Essen
Solorezital, u.a. mit Französische Suite Nr. 3 BWV 814 von Johann Sebastian Bach und Sonate Nr. 1 in fis-Moll op. 11 Robert Schumann

2007      Essen
Solorezital, u.a. mit Prélude und Nocturne für die linke Hand op. 9, Sonate Nr. 3 op. 23 & Nr. 10 op. 70 und Deux Poèmes op. 69 von Alexander Skrjabin

2008      Dortmund
Solorezital, u.a. mit 24 Préludes op. 28 von Frédéric Chopin

2009      Essen
Solorezital, u.a. mit Sonate in D-Dur op. 53 D 850 „Gasteiner“ von Franz Schubert

2010      Essen
Solorezital, u.a. mit Fantasien op. 116 von Johannes Brahms und Grande Sonate Nr. 3 in f-Moll op. 24 „Concert sans orchestre“ von Robert Schumann. Ehrung mit dem Preis des Klavier-Festivals Ruhr 2010

2011      Essen
Solorezital, u.a. mit Ouverture nach französischer Art BWV 831 von Johann Sebastian Bach und 4 Stücke op. 32 von Robert Schumann

2012      Essen
Solorezital, u.a. mit Suite in re von Jean-Philippe Rameau und Klaviersonate in a-Moll KV 310 (300 d) von Wolfgang Amadeus Mozart

2013      Gelsenkirchen
Solorezital, u.a. mit Klaviersonate Nr. 29 in B-Dur op. 106 „Hammerklaviersonate“ von Ludwig van Beethoven und Drei Klavierstücke D 946 von Franz Schubert

2014      Essen
Solorezital mit Werken von Frédéric Chopin, u.a. mit Sonate Nr. 3 in h-Moll op. 58

2015      Dortmund
Solorezital, u.a. mit Partita Nr. 1 in B-Dur BWV 825 von Johann Sebastian Bach und Klaviersonate in a-Moll op. posth. 143 von Franz Schubert

2017      Duisburg
Abschlusskonzert, u.a. mit Fantasie und Sonate in c-Moll KV 475/457 von Wolfgang Amadeus Mozart und Sonate Nr. 27 op. 90 von Ludwig van Beethoven

2019      Wuppertal
Solorezital, u.a. mit Elf Bagatellen op. 119 von Ludwig van Beethoven und Vier Klavierstücke op. 119 von Johannes Brahms

2021      Essen
Solorezital mit Polonaises op. 26, op. 44 & op. 53 von Frédéric Chopin und Zehn Préludes op. 23 von Sergej Rachmaninow

 

Konzertimpressionen

07
Do
Donnerstag, 07. Juli 2022 | 20:00 Uhr
Wuppertal Historische Stadthalle

€ 85 | 75 | 55 | 35 | 25

Vergangene Konzerterlebnisse

Freitag, 14. Juni 2019 | 20:00 Uhr
Wuppertal Historische Stadthalle
Donnerstag, 08. Juli 2021 | 20:00 Uhr
Essen Philharmonie

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