Das Programm Archiv Konzert-Archiv 2017 Ausgewähltes Konzert
Donnerstag | 01. Juni 2017 | 20:00 Uhr

Im Vorverkauf seit 10. November 2016

Beethoven, Chopin, Liszt
Khatia Buniatishvili
Erst bei Liszt in Rage gespielt  

Als Khatia Buniatishvili 2009 mit gerade mal 21 Jahren beim Klavierfestival Ruhr für die erkrankte Hélène Grimaud einsprang, reagierte das Publikum enthusiastisch. Zwei Jahre später durfte sie das Festival eröffnen. Damals imponierte die ungestüme...

 

Als Khatia Buniatishvili 2009 mit gerade mal 21 Jahren beim Klavierfestival Ruhr für die erkrankte Hélène Grimaud einsprang, reagierte das Publikum enthusiastisch. Zwei Jahre später durfte sie das Festival eröffnen. Damals imponierte die ungestüme Leidenschaft, mit der sie bei Liszt hinter der hochvirtuosen Attitüde den Abglanz innerer Zerrissenheit aufdeckte.
In wenigen Tagen wird die in Paris lebende gebürtige Georgierin 30. Zum neunten Mal gastierte sie nun beim Klavierfestival. Ihr eilt ihr heute ein solcher Ruf voraus, dass sie mühelos das Konzerthaus Dortmund füllt. Im Gegensatz zu mancher Kollegin ihres Alters hat Khatia Buniatishvili mehr als nur eine glamouröse Erscheinung, technische Brillanz und atemberaubende Virtuosität zu bieten. Sie besticht durch frappierende musikalische Intelligenz. Es zählt zu den Pluspunkten des Klavierfestivals, dass sie die Entwicklung dieser Ausnahmepianistin beharrlich verfolgt.
Jeden, der Khatia Buniatishvili als außergewöhnlich temperamentvolle Interpretin wahrgenommen hat, hat ihr jüngster Auftritt vermutlich verblüfft. Da wirkte ihr intuitives Spiel so intim, so sehr nach innen gewendet, als wäre die frühere Rasanz gebändigt. Auch bisher schon widmete sich Khatia Buniatishvili mit Hingabe dem in die Tiefe lotenden Blick in verborgene Ausdrucksschichten. Diese Fähigkeit hat sich mit zunehmender Reife umso stärker ausgeprägt. In Rage spielte sie sich auch an diesem Abend. Wenn auch erst zum Schluss mit Liszts „Rhapsodie espagnole“.
In Beethovens als „Pathétique“ bekannter zweiter c-Moll-Sonate sucht sie im gravitätischen Allegro, im bewundernswert gesanglich gemeisterten Adagio cantabile und im alles andere als heiteren, eher beklemmenden Rondo nicht Pathos und kolossale Überwältigung sondern  ergreifende, schmerzliche Tragik. Wie durch einen Schleier blickt sie auf die Stimmungsumschwünge in Schuberts Impromptus op. 90 – mal verhauchend irreal, mal in bravourösen Läufen der Achteltriolen und schließlich mit perlenden Arpeggien. Mit erregter Dramatik meistert sie Chopins erste Ballade, elegisch weich und überreich rhapsodisch ausgemalt die vierte. Und in Liszts „Rhapsodie espagnole“ geht bei aller Rasanz die gebotene Noblesse nicht unter. Nach der ersten Zugabe, Liszts zweiter „Ungarischer Rhapsodie“ in der kniffligen Horowitz-Bearbeitung, gab es auch das Publikum kein Halten mehr. Es raste.

Recklinghäuser Zeitung, Bernd Aulich

 
Tastenlöwin Buniatishvili brachte Beethoven zur Raserei  

Als "Junge Wilde" des Dortmunder Konzerthauses hat Khatia Buniatishvili von 2012 bis 2015 vorwiegend das virtuose Repertoire von Liszt gepflegt und mit französischer Musik begeistert. Zu Gast beim Klavier-Festival Ruhr spielte die Pianistin aus...

 

Als "Junge Wilde" des Dortmunder Konzerthauses hat Khatia Buniatishvili von 2012 bis 2015 vorwiegend das virtuose Repertoire von Liszt gepflegt und mit französischer Musik begeistert. Zu Gast beim Klavier-Festival Ruhr spielte die Pianistin aus Georgien, die in drei Wochen 30 Jahre alt wird, am Donnerstagabend auch Beethoven.Beethovens "Pathétique" changierte zwischen zartem Klavierzauber, der wie eine Träumerei auf die Tasten getupft war, und rasend schnellen Läufen, bei denen hin und wieder mal ein paar Töne fehlten.

Dieses rauschende Tempo durchzuhalten, gelang auch in den Schubert-Impromptus nicht immer. Dafür beeindruckte die Georgierin auch dort mit ihrer poetischen Gestaltung und Klangfantasie und stellte Klänge den Saal, deren Töne wie vom Himmel gepflückt wirkten.

Die Rolle der Tastenlöwin liegt dieser Pianistin mehr. In zwei Balladen von Chopin zeigte sie, wie Bravour am Klavier klingen kann. Frei im Tempo spielte sie diese Werke und auch Chopins heroische Polonaise - und mit genauem Kalkül für Momente, in denen die große Geste zarter Poesie weichen muss.

So viel Pedal, wie die 29-Jährige in Liszts "Rhapsodie espagnole" einsetzte, braucht der Tastentanz jedoch nicht: Buniatishvili ist eine glänzende Virtuosin - wenn sie Tempi nicht überdreht. Mit Liszts zweiter Ungarischer Rhapsodie in der Horowitz-Bearbeitung und Debussys "Claire de lune" dankte Buniatishvili für großen Jubel bei einem Publikum, das beim Klavier-Festival ein völlig anderes ist als sonst im Konzerthaus Dortmund.

Julia Gaß, Ruhrnachrichten

 
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