Das Programm Archiv Konzert-Archiv 2017 Ausgewähltes Konzert
Freitag | 07. Juli 2017 | 20:00 Uhr
JazzLine
Sarah McKenzie Quartet

Setlist:

The Way You Look Tonight
I'm Old Fashioned
We Could Be Lovers
Don't Tempt Me
Paris In The Rain
Quiet Nights
I've Got The Blues Tonight
When In Rome
One Jealous Moon
Moon River
Tight
Triste
Bye Bye Blackbird
The Lovers Tune


Zugaben:

Quoi, Quoi, Quoi
You Must Belive In Spring

Wenn’s nach der Empfehlung des australischen Vorzeigejazzers geht, haben Sie heute alles richtig gemacht: Sie hören die Lady live. So ganz unbefangen in seinem Urteil ist James Morrison freilich nicht. Immerhin war er es, der auf Sarah McKenzie aufmerksam wurde, als sie ihre ersten Nachwuchstalentpreise gewann, und sie dann als Lehrer und Mentor unter seine Fittiche nahm. „Sie singt mit einer Phrasierung“, führt der Multiinstrumentalist aus, „wie sie nur eine echte Jazzsängerin draufhat, und ihr Groove am Klavier ist genau das, worum es geht, wenn man Jazz spielen will.“

Die Umstände ihres Karrierestarts, ihr Gesangs- und pianistisches Talent, ihre stilistischen Vorlieben und, nicht zuletzt, die Protektion der australischen Sängerin und Pianistin durch eine international bekannte Jazzgröße lassen an die Anfänge der populären kanadischen Kollegin Diana Krall denken (die am Freitag, 22. September 2017 beim Klavier-Festival Ruhr zu erleben ist). Geboren in Bendigo und aufgewachsen in Melbourne (beide im Bundesstaat Victoria) lernte Sarah McKenzie schon früh Klavier, verlor aber mit neun Jahren die Lust und hätte den Unterricht fast hingeschmissen. Da besorgte der Vater ihr einen Blues- und Rock’n’Roll-Pianisten als Lehrer, und schon war das Interesse neu entfacht. Der riet ihr, es doch mal mit Jazz zu versuchen. Sarah stöberte im CD-Laden, kam mit einer Compilation zurück und gleich das erste Stück haute sie um: der R&B-Klassiker „Night Train“, gespielt vom Oscar Peterson Trio (1962). Hier kamen Blues und Groove, überragende Technik und jede Menge Feeling zusammen – Zutaten, die sie bis heute auch in ihrer Musik nicht missen will. Wenngleich sie bekennt: „Mir ist die Technik nicht so wichtig wie mein Ausdruck als Musikerin und Stilistin. Ich möchte vor allem einen persönlichen Sound haben. Auch Oscar Peterson konnte man bei jedem Ton sofort identifizieren. Ich möchte eine Musikerin sein, die einen eigenen Stil hat und damit die Seele der Menschen erreicht.“

Zum Jazzstudium (Klavier, Gesang, Komposition), das sie 2011 mit dem Bachelor abschloss, ging sie an die West Australian Academy of Performing Arts in Perth. Bald gewann sie erste Wettbewerbe, Stipendien, Auszeichnungen – und James Morrison, an dessen Talentförderprogramm „Generations in Jazz“ sie mehrmals teilnahm, als Mentor. 2008 tourte sie als Background-Sängerin mit dem in „Down Under“ enorm populären kanadischen Crooner Michael Bublé, als Solistin konnte sie Shows von Pop-Jazzer Chris Botti, Trompeter Enrico Rava und Bassist John Patitucci eröffnen. Ihr Debütalbum Don’t Tempt Me (2011) bot neben bekannten Standards und einer Bossa-Version des Elvis-Presley-Ohrschmeichlers „Love Me Tender“ bereits drei Stücke, mit denen McKenzie sich auch als bemerkenswerte Songwriterin empfahl.

Der Nachfolger Close Your Eyes (2012) brachte ihr einen ARIA-Award, das australische Pendant zum Grammy, ein und öffnete ihr den Weg zu einer Major Company, auf deren französischem Zweig sie 2015 mit We Could Be Lovers ihren Einstand gab. Inzwischen nach Boston übergesiedelt, hatte sie 2014 noch ein Studium am dortigen Berklee College of Music abgeschlossen und die renommierte Eliteschmiede beim Monterey Jazz Festival in Kalifornien vertreten. Auf US-amerikanischen Bühnen war sie jetzt präsent, ihr Label aber sitzt in Paris, also zog sie nach dem Berklee-Abschluss in die französische Hauptstadt: „Für mich war das die logische Folge“, sagt sie, „obwohl ich vorher noch nie in Paris war.“ Und sie widmete der Stadt gleich das aktuelle Album Paris in the Rain (2017), das sie mit namhaften amerikanischen Musikern aufnahm.

In ihrem Repertoire greift „la voix du jazz australien“, wie Radio France sie nannte, tief ins Great American Songbook, bedient sich bei George und Ira Gershwin, Cole Porter, Rogers & Hart, Henry Mancini und all den anderen Schöpfern großer Musical- und Filmmelodien, die zu Jazzstandards wurden. Da wirkt Jerome Kerns und Johnny Mercers „I’m Old Fashioned“, das sie auf Paris in the Rain singt, wie ein Programm. Wer das ein bisschen „retro“ findet, dem entgegnet sie mit entwaffnender Offenheit: „Ich liebe die Eleganz etwa der 40er Jahre, habe einen großen Hang zu Nostalgie und Romantik. Deshalb wollte ich diesen Song und diese Aussage auf dem Album haben: ,Ich bin altmodisch’.“

Und doch schafft sie es nicht nur spielend, die alten Lieder frisch und zeitlos klingen zu lassen, sie mischt auch Stücke modernerer Sängerinnen/Songschreiberinnen wie Joni Mitchell, Abbey Lincoln oder Betty Carter ins Programm und steigert langsam aber stetig den Anteil an eigenen Songs. „Wenn ich schreibe“, sagt sie, „versuche ich nicht, etwas nachzumachen, was es schon mal gab. Vielmehr liebe ich den Stil und die Eleganz der alten Standards so, dass mich dies auf ganz selbstverständliche Art beeinflusst und ich, ohne darüber nachzudenken, ähnlich schreibe.“ Schöne Beispiele für solche Eigengewächse im alten Stil sind Songs wie das swingende „That’s It, I Quit“, die anmutige Bossa „Quoi, Quoi, Quoi“ oder das Titelstück „Paris in the Rain“. Und obwohl Sarah McKenzie nur Songs und keine Instrumentals spielt, versteht sie sich nicht als Sängerin, eher als singende Pianistin: „Mich haben Instrumentalisten immer stärker beeinflusst als Sängerinnen. Ganz besonders Pianisten wie Oscar Peterson, Gene Harris oder Bill Evans. Ich habe zwar immer gesungen, aber das Piano hat mich im Grunde mehr interessiert. Ich mag es, mich ans Klavier zu setzen und meine Songs selbst zu arrangieren. So kann ich mich am besten ausdrücken.“ Heute gibt sie ihr Debüt beim Klavier-Festival Ruhr.

Berthold Klostermann

 

 

 

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