Das Programm Archiv Konzert-Archiv 2017 Ausgewähltes Konzert
Mittwoch | 12. Juli 2017 | 20:00 Uhr

In Kooperation mit der Stiftung Zollverein

The Americas: For Three Pianos
Maki Namekawa
Preisträgerin des Klavier-Festivals Ruhr 2017
Dennis Russell Davies
Preisträger des Klavier-Festivals Ruhr 2017
Philip Glass
Preisträger des Klavier-Festivals Ruhr 2017
Die Beständigkeit speist den Sog seiner Klänge  

Seitdem Philip Glass in den Sechzigerjahren die Sitarklänge von Ravi Shankar in europäische Notation übersetzte, sind ihm die Ragas und Talas der indischen Musik quasi ins Blut übergegangen. Zudem prägte der Buddhismus zunehmend durch Entschleunigung...

 

Seitdem Philip Glass in den Sechzigerjahren die Sitarklänge von Ravi Shankar in europäische Notation übersetzte, sind ihm die Ragas und Talas der indischen Musik quasi ins Blut übergegangen. Zudem prägte der Buddhismus zunehmend durch Entschleunigung und Meditation seinen minimalistischen Kompositionsstil, dem der Amerikaner bis heute treu geblieben ist.

Seitdem Philip Glass in den Sechzigerjahren die Sitarklänge von Ravi Shankar in europäische Notation übersetzte, sind ihm die Ragas und Talas der indischen Musik quasi ins Blut übergegangen. Zudem prägte der Buddhismus zunehmend durch Entschleunigung und Meditation seinen minimalistischen Kompositionsstil, dem der Amerikaner bis heute treu geblieben ist.

Bei einem Hommage-Konzert auf Zeche Zollverein nahm der Achtzigjährige gemeinsam mit den wohl besten Interpreten seiner Klaviermusik, dem Duo Maki Namekawa und Dennis Russell Davies, den diesjährigen Preis des Klavier-Festivals Ruhr aus der Hand von Intendant Franz Xaver Ohnesorg entgegen.

Wer in die vollbesetzte Halle 12 gekommen war, um den Meister zu hören, der wusste, was ihn erwartete: keine atonalen Klangexperimente, sondern ein nicht versiegendes, fließendes Kontinuum von soghafter Wirkung, bei der man die Zeit vergessen mag. So hätte Glass sein Stück „Mad Rush“, 1978 für einen Empfang des Dalai Lama geschrieben, stundenlang spielen können. Er entschied sich für 15 Minuten wogender Dur-Moll-Akkorde, die wie meist aus seinem Lieblingsintervall, der Terz, erkeimen.

Aktueller: seine Werke „Four Movements for Two Pianos“ (als Auftragswerk des Klavierfestivals Ruhr 2008) und eine Suite aus seiner Oper „Les Enfants Terribles“ für drei Klaviere. Noch polyrhythmischer ist hier der Klangteppich verwoben, noch weiter gehen farbliche und expressive Möglichkeiten der Instrumente. Aus dem Prinzip der mal beharrlich-stur, mal euphorisierend wirkenden Wiederholung schält sich Elementarmelodik heraus, federführend von der Japanerin hingezaubert, erlesene poetisch-lyrische Momente, bevor der musikalische Strudel den Zuhörer erfasst und zu Bravorufen mitreißt. Huldigende Ovationen im Stehen am Schluss.

WAZ, Klaus Albrecht

 
Komponist Philip Glass als sorgenvoller dritter Mann  

Der Komponist, das weltentrückte Wesen - so stellen sich das viele vor, und mancher Tonsetzer pflegt dieses Image. Philip Glass ist eine Ausnahme. Als ihm Intendant Franz Xaver Ohnesorg am Mittwoch den Preis des Klavier-Festivals Ruhr überreichte,...

 

Der Komponist, das weltentrückte Wesen - so stellen sich das viele vor, und mancher Tonsetzer pflegt dieses Image. Philip Glass ist eine Ausnahme. Als ihm Intendant Franz Xaver Ohnesorg am Mittwoch den Preis des Klavier-Festivals Ruhr überreichte, plagte den US-Künstler angesichts der Trophäe eine ganz praktische Sorge.

"Wie soll ich das bloß an Bord meines Flugzeugs kriegen?" Denn die Trophäe ist eine mächtig lange, stilisierten Stimmgabel aus Stahl. Für Glass, der am 31. Januar 80 Jahre alt wurde und seither auf zahlreichen Konzertpodien rund um die Welt geehrt wird, ist es eine von vielen Auszeichnungen und doch eine besondere.

Denn auch sein enger Vertrauter seit Jahrzehnten, der Dirigent und Pianist Dennis Russell Davies, sowie seine Klavierduo-Partnerin und Ehefrau Maki Namekawa sind Mit-Preisträger. Mit dem Festival verbindet sie eine gemeinsame Familiengeschichte: Vor genau 15 Jahren lernten sich Davies und Namekawa im Ruhrgebiet kennen, gründeten im Jahr darauf ihr Klavierduo und heirateten schließlich.

Für Philip Glass wurde Maki Namekawa die Klavierinterpretin seines Vertrauens. 2008 saß sie dann auch mit ihrem Ehemann Davies an den beiden Flügeln, um "Four Movements for Two Pianos" als Auftragswerk des Klavierfestivals uraufzuführen.

Am Mittwoch war das Werk noch einmal in Halle 12 auf Zollverein als Mittelpunkt des Preisträgerkonzerts zu hören, bei dem sich auch Philip Glass selbst an den Flügel setzte - und es sogar als Solist eröffnete.

Zum Abschluss erklang Musik für drei Klaviere mit dem Komponisten selbst als "drittem Mann". Dennis Russel Davies stellte fünf Sätze plus Ouvertüre aus einer Suite zu Glass' Tanzoper "Les Enfants Terribles" zusammen.

Es war ein musikalisches Familienfest, dem das Publikum da beiwohnen durfte. So nah an die ursprünglichen Ideen hinter dieser Musik, dürfte wohl kaum eine andere Wiedergabe kommen.

Ruhrnachrichten, Karsten Mark

 
Wir danken unserem Sponsor-Partner

Newsletter Anmeldung

Neuigkeiten zum Programm, zu einzelnen Konzerten, zu Festival-CDs oder allgemeine Infos vom Klavier-Festival Ruhr erhalten Sie schnell und direkt mit unserem Newsletter.

Abonnieren Sie den Newsletter

Social Media

Verfolgen Sie die Aktivitäten, Tipps und Neuigkeiten rund um das Festival und seine Künstler auch im Social Network.
Wir freuen uns auf Sie!

Facebook Twitter YouTube

Das Programm zum Blättern

Damit Sie auch in diesem Jahr unser Gesamtprogramm online bequem durchblättern können, klicken Sie bitte auf den nachfolgenden Link.

Gesamtprogramm

© 2019 Stiftung Klavier-Festival Ruhr  |  Alfred Herrhausen Haus  |  Brunnenstraße 8  |  45128 Essen

© 2019 Stiftung Klavier-Festival Ruhr
Alfred Herrhausen Haus
Brunnenstraße 8
45128 Essen

Kontakt

oneSheet Kontakt
Kontaktformular

Klavier-Festival Ruhr
Alfred Herrhausen Haus
Brunnenstraße 8
45128 Essen
Tel. +49 (0)201-89 66 80

Sie können uns Ihre Anfrage gerne per Kontaktformular senden.
Datenschutzerklärung   *
zukünftige Werbung:   
Ich bin damit einverstanden, dass das Klavier-Festival Ruhr Sponsoring und Service GmbH, Brunnenstraße 8, 45128 Essen, meine Daten auch verwendet, um mich künftig per E-Mail über Veranstaltungen des Klavier-Festivals Ruhr zu informieren. Meine Einwilligung kann ich jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z. B. per Brief an die o.g. Anschrift oder per E-Mail an info@klavierfestival.de oder telefonisch unter T. 0201/896680, ohne dass mir hierfür andere als die Übermittlungskosten nach den Basistarifen entstehen.
Tragen Sie hier bitte das Ergebnis der Rechenaufgabe ein!
captcha

Für eine Programmbestellung benötigen wir - neben den Pflichtfeldern (*) - auch Ihren Wohnort mit Straße, Ort und Länderangabe.