Education Projekte KlavierModern Notations - Das Projekt

Notations - Ein Projekt zur Vermittlung zeitgenössischer Klaviermusik

Zwanzig Jahre alt war Pierre Boulez als er seine Klaviersammlung Notations komponierte. Das 1945 entstandene Werk umfasst zwölf ausdrucksgeladene Miniaturen, die auf vielfältige Weise miteinander zusammenhängen. Das ‚musikalischen Gesellenstück‘ des bedeutenden französischen Komponisten hat das Klavier-Festival Ruhr ins Zentrum eines umfangreichen Projekts zur Vermittlung zeitgenössischer Klaviermusik gestellt. In drei verschiedenen Modulen beschäftigten sich im Frühjahr und Sommer 2012 Grundschüler (Modul 1), junge Pianistinnen (Modul 2) sowie Oberstufenschüler, Studierende und junge Profitänzer (Modul 3) mit Boulez' Komposition.

Vor dem Hintergrund ihrer unterschiedlichen Vorkenntnisse, Fähigkeiten und Interessen hat jede der genannten Gruppen einen anderen Weg eingeschlagen. Während sich die Grundschüler über die Kunstform Pantomime die gestische Dimension von Boulez‘ Musik erschlossen, beschäftigten sich die jungen Pianistinnen interpretatorisch und kompositorisch mit den 12 Notations. Die Gymnasiasten, Musikstudenten und jungen Profitänzer schließlich nahmen die Klaviersammlung zum Ausgangspunkt, um das schöpferische Potential von selbst gesetzten Regeln und Begrenzungen zu erkunden.

Hinter dem modularen Aufbau des Projekts stand die Idee, anhand ein und desselben Werkes verschiedene Zugangsweisen und Formate der Vermittlung modellhaft zu erproben und im Rahmen des Klavier-Festivals Ruhr 2012 der Öffentlichkeit vorzustellen. Für die Workshop-Leitung konnte das Klavier-Festival Ruhr die Pianistin Tamara Stefanovich, den Komponisten Vassos Nicolaou, den Pantomime Aleksandar Acev und die Tänzerin und Choreographin Henrietta Horn gewinnen.

Video: Notations | © 2012

Zur Projektidee

Ein Werk - Drei Wege

Im Zentrum des Notations-Projekts stand die Idee, ein zentrales Werk der neueren Klaviermusik aus unterschiedlicher Perspektive zu beleuchten und zum Ausgangspunkt schöpferischer Tätigkeit zu machen. So wurden in den drei Projektmodulen verschiedene Dimensionen der 12 Notations fokussiert: der gestische Charakter und die inhärente Dramatik der musikalischen Miniaturen (Modul 1), die Verwendungsmöglichkeiten der Boulez’schen 12-Tonreihe (Modul 2) sowie das schöpferische Potential von selbst gesetzten Regeln und Begrenzungen (Modul 3). Das gesamte Projekt wurde also gleichsam aus dem Werk heraus entwickelt und zielte darauf, dass sich die Teilnehmer dieses durch die eigene kreative Tätigkeit erschließen.

Freiraum für die Entwicklung eigener Ideen

Zugleich war es für das künstlerische Gelingen der Workshop-Arbeit jedoch von zentraler Bedeutung, sich von dem Bezugswerk zu lösen und den Teilnehmern (entsprechend ihrer jeweiligen Möglichkeiten) genügend Freiraum für die Entwicklung eigener Ideen zu geben. Nach entsprechender Vorbereitung gingen insbesondere die Jugendlichen und jungen Erwachsenen im dritten Projektmodul bei der Erkundung des Verhältnisses von Ordnung und Freiheit in einem umgrenzten Spielfeld eigene Wege und entfernten sich auf der Ebene der Ästhetik und Tonsprache zum Teil beträchtlich von dem Bezugswerk.

Neue Erfahrungsräume öffnen

Im Rahmen des Notations-Projekts hatten die teilnehmenden Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Möglichkeit, intensiv und gleichberechtigt mit erfahrenen Künstlern zusammenzuarbeiten. Dabei war es ein wichtiges Anliegen, den Teilnehmern neue Erfahrungsräume zu eröffnen und ihre Lust an der Erprobung ungewohnter Tätigkeiten und Arbeitsformen zu wecken. So waren die Grundschüler im ersten Modul vor Projektbeginn weder einem Werk der neuen Musik begegnet, noch hatten sie pantomimisch gearbeitet oder eigene Musikstücke entwickelt. Obwohl die jungen Pianistinnen im zweiten Modul bereits über ein beachtliches instrumentales Niveau verfügten, hatten sie sich im Rahmen ihrer musikalischen Ausbildung bisher gar nicht oder nur sehr sporadisch mit neuer Musik beschäftigt und noch nie selbst komponiert. Für die teilnehmenden Oberstufenschüler, Studierenden und jungen Profitänzer im dritten Modul war es schließlich eine neue und ungewohnte Erfahrung, in einen intensiven Dialog zu treten und in gleichberechtigter Zusammenarbeit gemeinsam Stücke für Tänzer und Musiker zu entwickeln.

Das Education-Projekt Notations wurde von Dr. Tobias Bleek in Zusammenarbeit mit den beteiligten Künstlern und Workshop-Leitern konzipiert.

Wir danken unserem Förderer

Logo Ernst von Siemens Stiftung

Das Education-Projekt "Notations" wurde 2013 mit dem renommierten europäischen Musikvermittlungspreis, dem YEAH!-Award, ausgezeichnet.

Logo Yeah! Award

Weiter Informationen zum Projekt Notations

Notations - Das Projekt

Boulez' Werk Notation umfasst zwölf ausdrucksgeladene Miniaturen, die auf vielfältige Weise miteinander zusammenhängen. Das Klavier-Festival Ruhr hat es ins Zentrum eines umfangreichen Projekts zur Vermittlung zeitgenössischer Klaviermusik gestellt.

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