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Begegnungen - Encounters

Zur Encounters-Reihe des Klavier-Festivals Ruhr

Wer würde nicht gerne einmal mit Gabriela Montero improvisieren, mit Yaara Tal und Andreas Groethuysen Schuberts Klavierduo Lebensstürme erarbeiten, mit Emanuel Ax ausprobieren, wie Mozart auf einem Hammerflügel klingt oder mit Katia und Marielle Labèque vierhändig spielen? Zwischen 2006 und 2010 hatten Kinder und Jugendliche aus dem Ruhrgebiet die Möglichkeit, genau dies zu tun. Im Rahmen der musikalischen Bildungsarbeit des Klavier-Festivals Ruhr trafen sie in regelmäßigen Abständen mit bedeutenden Festival-Pianisten zusammen und arbeiteten mit ihnen am Klavier. Das Projekt, das in Zusammenarbeit mit der Folkwang Musikschule durchgeführt wurde, verstand sich dabei von Anfang an nicht als eine Fördermaßnahme für junge pianistische Ausnahmebegabungen, sondern als ein Angebot für Kinder, die gerne Klavier spielen.

Projekt mit offenem Ausgang

Die Projektreihe „Begegnungen – Encounters“ begann als Experiment mit offenem Ausgang. Im Frühjahr 2006 war der englische Musikvermittler Richard McNicol auf Wunsch von Prof. Franz Xaver Ohnesorg ins Ruhrgebiet gekommen, um ein umfangreiches Education-Programm für das Klavier-Festival Ruhr aufzubauen: „Ich fragte mich, ob es möglich sei, große Pianisten dafür zu gewinnen, ihre Erfahrungen an Kinder weiterzugeben, mit ihnen zu arbeiten, zu musizieren und zu interagieren. Ziel sollte es dabei sein, die Freude am Musizieren zu stärken, neue Einsichten zu gewinnen und Impulse für die pädagogische Arbeit mit Musik zu erhalten. Ich befürchtete allerdings, dass diese ungewöhnliche Zusammenarbeit zwischen Weltklassepianisten und Kindern nicht leicht werden würde. Denn die Künstler, die wir gewinnen wollten, sind weltweit unterwegs und müssen sich mit dem, was wir tun, erst anfreunden.“

Unterricht bei Festival-Pianisten

Schnell stellte sich heraus, dass diese Befürchtung unbegründet sein sollte. Nicht nur Emanuel Ax, sondern auch Katia und Marielle Labèque, Yaara Tal und Andreas Greothuysen sowie Gabriela Montero erklärten sich ohne zu zögern bereit, an der Encounters-Reihe teilzunehmen. Dabei empfanden sie gerade die Begegnung mit ‚normalen‘ Klavierschülern und die Offenheit und den experimentellen Charakter des Projekts als besonders interessant. So erklärte Emanuel Ax nach seiner ersten Zusammenarbeit mit fünf Klavierschülern der Folkwang Musikschule: „Man weiß nicht, in welchem Stadium ihres Lebens sich die Kinder befinden. Manche werden vielleicht gänzlich das Interesse verlieren. Ein anderes Kind wird vielleicht plötzlich einen großen Sprung machen, viel schneller spielen können und mit viel mehr Verständnis, Vielfalt und Kraft. Aber wir wissen es einfach nicht. Und das ist das Faszinierende daran, Kinder aufwachsen zu sehen.“ Tatsächlich spielt das Klavier im Leben der Kinder, die an der Encounters-Reihe teilgenommen haben, eine unterschiedliche Rolle. Für manche ist das Musizieren zur liebsten Freizeitbeschäftigung geworden, für andere ein Hobby unter anderen geblieben.

Eine Besonderheit der Encounters-Reihe war ihre langfristige Anlage. So kam es über den Zeitraum von vier Jahren zu regelmäßigen Begegnungen zwischen Klavierschülern und Festival-Pianisten. Was und wie gespielt wurde, unterschied sich dabei von Encounter zu Encounter. Während Gabriela Montero die Teilnehmer in die Kunst der Improvisation einführte, bildeten sich für die Encounters mit den Labèque-Schwestern und Yaara Tal und Andreas Groethuysen eigens neue Duos. Die intensive Zusammenarbeit, die ohne die große Unterstützung der Klavierlehrer der Kinder nicht vorstellbar gewesen wäre, war dabei für beide Seiten eine spannende Erfahrung. So berichtet Yaara Tal: „Eigentlich arbeiten wir mit den Kindern nicht sehr sehr anders als mit unseren Studenten. Wir versuchen, die Musik zu entwickeln und auch, wenn wir manchmal auf eine andere Ebene gehen, bleiben die Ideen, die wir vermitteln möchten, eigentlich die gleichen.“

Und Enrique Sánchez Lansch, der das Projekt über den gesamten Zeitraum filmisch begleitete, ergänzt: „Es war natürlich sehr spannend zu sehen, dass jeder Pianist und jedes Duo mit seiner Persönlichkeit und dem speziellen Anliegen, das jeder für sich hat, sehr unterschiedlich herangeht und dementsprechend auch sehr unterschiedliche Impulse setzt. Aber trotzdem gab es, ohne dass es ein Briefing oder irgendeine Anweisung gegeben hätte, einen roten Faden, der sich durchzog. Dazu gehört auf der einen Seite die Komponente, dass man üben muss und Disziplin braucht. Auf der anderen Seite aber auch, dass Klavierspiel etwas ganz Lebendiges ist, was großen Spaß macht.“ 
Einen intimen Einblick in diese außergewöhnliche Zusammenarbeit vermittelt der Dokumentarfilm „Piano Encounters – Begegnungen am Klavier“ von Enrique Sánchez Lansch, der im Jahr 2010 einen Preis beim renommierten Valladolid International Film Festival erhielt. Er feierte im Kulturhauptstadtjahr in der Essener Lichtburg seine Kino-Premiere.

Fortsetzungen

Der Abschluss der Dreharbeiten hat das Klavier-Festival Ruhr zum Anlass genommen, um die Encounters-Serie weiter zu entwickeln und im Kulturhauptstadtjahr neue Formen der Begegnung zwischen Festival-Pianisten und Kindern und Jugendlichen zu schaffen. So begegneten Yaara Tal und Andreas Groethuysen sowie Michael Wendeberg und Francesco Tristano Schlimé im Rahmen der Discovery-Projekte 2010 Kindern und Jugendlichen und spielten für sie nicht nur im Konzertsaal, sondern auch in der Schule. Außerdem hatte das Klavier-Festival Ruhr acht Komponisten beauftragt, neue Klavierstücke zu schreiben, die es jungen Pianisten ermöglichen sollten, gemeinsam mit ihren Lehrern erste Erkundungen in die Welt der zeitgenössischen Musik zu unternehmen. Die Uraufführung des Piano Albums, an der neben Pierre-Laurent Aimard und Tamara Stefanovich auch Studierenden und junge Klavierschüler teilnahmen, fand am 12. Juli 2010 in der Neuen Aula der Folkwang Universität der Künste statt.
Im Rahmen des Klavier-Festivals Ruhr 2011 wurde der Dialog zwischen Festival-Pianisten und Kindern und Jugendlichen fortgesetzt. So haben Pierre-Laurent Aimard und Tamara Stefanovich mit jungen Pianisten Werke von György Kurtág einstudiert. Außerdem begegneten ausgewählte Festival-Pianisten im Rahmen unser Discovery-Projekte Schülern aus dem Ruhrgebiet und spielten für sie nicht nur im Konzertsaal, sondern auch in der Schule.
2012 widmete sich das Discovery-Projekt Notations der Vermittlung von Pierre Boulez' Klavierzyklus. Innerhalb dieser Education-Arbeit unterrichtete Tamara Stefanovich Schülerinnen im Alter von 12 bis 14 Jahren des Pre College der Musikhochschule Köln.

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Begegnungen - Encounters

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