Frankreich

2018 ist es einhundert Jahre her, dass der Erste Weltkrieg zu Ende ging – jenes grauenhafte  Blutbad, in dem sich zum ersten Mal die zerstörerische Macht moderner Massenvernichtungswaffen offenbarte und in dem sich Deutsche und Franzosen als unerbittliche Feinde gegenüberstanden. Heute mutet es wie ein Wunder an, dass Frankreich und Deutschland – zwei Generationen und einen weiteren Weltkrieg später – zu den treibenden Kräften der friedlichen und vertrauensvollen Einigkeit Europas wurden.

Es war nicht nur kluge und unerschrockene Politik, die diese Einigkeit, dieses gegenseitige Vertrauen möglich machte. Aufbauen konnte sie auch auf jahrhundertealte Bande: auf den gegenseitigen Respekt und die wechselseitige Faszination zweier großer Kulturnationen. Es waren deutsche und französische Künstler – Maler, Literaten und Musiker – die gerade im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert mannigfachen Austausch unterhielten, sich gegenseitig besuchten, bewunderten, anregten und herausforderten. Aus Preußen, Österreich oder dem Rheinland übersiedelten Künstler ins freiere Paris. Die Opern Richard Wagners lösten taumelnde Begeisterung in der französischen Hauptstadt aus – Claude Debussy, dessen Todestag sich 2018 zum 100. Mal jährt, war einer jener französischen Künstler, die die Begegnung mit der so neuartigen Musik Wagners in eine überaus produktive Krise stürzte. Nach dem Zweiten Weltkrieg dann waren es französische Komponisten, vor allem Olivier Messiaen und der junge Pierre Boulez, die im fruchtbaren Austausch mit deutschen Tonkünstlern wie Karlheinz Stockhausen neue Klangwelten entdeckten.

Beim Klavier-Festival Ruhr 2018 haben Sie Gelegenheit, den besten französischen Pianisten zu begegnen – feiern Sie mit uns die deutsch-französische Freundschaft und die wunderbaren Werke, die aus dem produktiven Aufeinandertreffen von Künstlern aus beiden Ländern über die Jahrhunderte entstanden sind!

Die Akzente 2018 im Detail: