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Modul 1 - Projektarbeit mit der Grundschule Sandstraße und dem Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium

Im ersten Modul des Projekts Interludes – ZwischenSpiele arbeiteten 22 Viertklässler der Grundschule Sandstraße und 25 Fünftklässler des Elly-Heuss-Knapp-Gymnasiums während des Schuljahrs 2011/2012 in klassenübergreifenden Gruppen zusammen.

Im Medium der Kunst Übergänge gestalten

Ausgangspunkt der Arbeit war dabei das Anliegen, die Begegnung und den Austausch zwischen Schülern und Lehrern zweier verschiedener Schulformen zu befördern und die Institutionen Grundschule und Gymnasium stärker zu vernetzen. So berichtet Klaus Hagge, Klassenlehrer der Klasse 4a an der Grundschule Sandstraße, mit dem das Klavier-Festival Ruhr seit 2008 eng zusammenarbeitet:

„Der Übergang" von der Grundschule in die weiterführenden Schulen ist für die Kinder ein besonderes Ereignis. Sie lassen etwas hinter sich und treten ein in eine neue Lebenswelt. Dieser Wechsel der Schulform ist schulstrukturell ein massiver Schnitt. Oft steht bei der Problematik dieses Übergangs die Frage im Vordergrund, wie die Erwartungen der weiterführenden Schulen an die Fähigkeiten und Fertigkeiten der neu eintretenden Kinder mit den Möglichkeiten und Zielen der Grundschulen abgestimmt werden können. Allerdings betrachtet das nur die eine Seite des Prozesses. Es gilt gleichzeitig zu beachten, dass die einzelne Person mit all ihren vielfältigen Facetten sich im neuen Umfeld neu definieren muss, angepasst an die vorgegebene Struktur der weiterführenden Schule.

Video: Zwischenspiele - Interludes | © 2012

Wie wenig dieser Übergang bisher in den schulpolitischen Blick genommen wurde, ist zurzeit erkennbar an dem landesweiten Projekt »Brücken bauen«, das versucht, sich dieser Problematik zu nähern. Letzten Sommer entstand in gemeinsamen Vorgesprächen der Projektpartner die Idee, dieser Problematik mit den Mitteln der künstlerischen Arbeit zu begegnen. Mit Hilfe der Kunstformen Musik und Tanz sollte eine Brücke zwischen der GGS Sandstraße, dem Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium und des ebenfalls in Duisburg-Marxloh angesiedelten Jugendzentrums RIZ gebaut werden.“

Tanz- und Musikworkshops in klassenübegreifenden Gruppen

Den Projektauftakt bildete ein gemeinsamer Einleitungsworkshop, in dem die Viert- und Fünftklässler das für Cage so wichtige Verhältnis von Klang und Stille erforschten. In der Turnhalle der Grundschule Sandstraße kommunizierten sie über 40 Minuten nur mit Gesten und entwickelten, ohne zu sprechen, einfache Klangimprovisationen im Raum.

Im Anschluss wurden zwei Gruppen gebildet, die sich jeweils zur Hälfte aus Grundschülern und Gymnasiasten zusammensetzten. Die eine Gruppe beschäftigte sich unter der Leitung der Bewegungspädagogin Petra Jebavy tänzerisch mit Cages Sonatas and Interludes. Die andere entwickelte eigene Musikstücke und wurde dabei von ihren Musiklehrern Klaus Hagge und Peter Stockschläder sowie dem Education-Team des Klavier-Festivals Ruhr unterstützt.

Als Arbeitsstätte diente das Jugendzentrum RIZ in Duisburg-Marxloh. Diese im Stadtteil fest verankerte Kinder- und Jugendeinrichtung verfügt nicht nur über ausgezeichnete räumliche Möglichkeiten, sondern bot zugleich den Vorteil, für die beteiligten Schulklassen ein neutraler Begegnungsort zu sein.

Klangkunst- und Klavierworkshops

Ergänzend zu den mindestens zweimal im Monat stattfindenden anderthalb- bis dreistündigen Tanz- und Musikworkshops wurde in den Osterferien ein dreitägiger Klangkunstworkshop angeboten. Unter Leitung des Berliner Instrumentenbauers und Musikpädagogen Stefan Roszak baute ein Teil der Schüler Monochorde, eine zweimal zwei Meter große Bodenharfe sowie eine lange Pfahlharfe, die tiefe Basstöne erzeugt.

Dieses ungewöhnliche Instrumentarium, das zum Teil mit Klavierhämmern angeschlagen wird und sich wie Cages „Prepared Piano“ mit verschiedenen Objekten präparieren lässt, verwendeten die Kinder anschließend bei der Entwicklung ihrer eigenen Musikstücke. Außerdem nahmen alle Schüler an zwei Workshops mit dem Klavierstimmer und Klavierbauer Michael Carl teil und sammelten praktische Erfahrungen darin, wie sich ein Klavier „à la Cage“ präparieren lässt.

Projektpräsentationen

Die Begegnung mit dem Festival-Pianisten Steffen Schleiermacher war für alle Beteiligten ein besonderes Erlebnis. Mit Unterstützung des renommierten Cage-Experten präsentierten die Grundschüler und Gymnasiasten Ergebnisse ihrer Arbeit am 29. Mai 2012 in Essen-Werden. Während der einstündigen Veranstaltung in Haus Fuhr wurde das Discovery-Projekt Interludes – ZwischenSpiele zugleich auch als Preisträger im bundesweiten Innovationswettbewerbs „Deutschland – Land der Ideen“ ausgezeichnet.

Eine zweite öffentliche Präsentation fand am 4. Juli 2012 im Jugendzentrum RIZ in Duisburg-Marxloh statt. Im Rahmen eines Familiennachmittags brachten die Projektteilnehmer eigene Musikstücke und Choreographien zu John Cage auf vertrautem Terrain zur Aufführung. Umrahmt wurde der Auftritt der Kinder von halbstündigen Tanz- und Musikworkshops, in denen die Familien und Freunde der Projektteilnehmer selbst aktiv werden konnten. Darüber hinaus vermittelte Steffen Schleiermacher interessierten Kindern und Erwachsenen einen spannenden Einblick in die Innenwelt eines präparierten Flügels. Schließlich zeigten Kinder der Klasse 4c der Grundschule Sandstraße und die MUSE-Künstlerin Barbara Koxholt in einer kleinen Ausstellung Resultate ihrer bildnerischen Beschäftigung mit John Cage.

Weitere Informationen zum Projekt Interludes

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