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Modul 2 - Inklusive Projektarbeit mit Grundschülern, Gymnasiasten und Förderschülern

Im zweiten Modul des Projekts Interludes – ZwischenSpiele wurden die im letzten Jahr geknüpften Verbindungen zwischen dem Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium, der Grundschule Henriettenstraße und der Buchholzer Waldschule weiterentwickelt. Schüler mit und ohne Behinderung erschlossen sich von Januar bis Mai 2012 Cages Sonatas and Interludes und erfuhren dabei unterschiedliche Formen der Zusammenarbeit in Tanz- und Musikworkshops. Die Workshop-Leitung lag dabei erneut bei der chinesischen Tänzerin und Choreographin Yasha Wang und dem englischen Musikvermittler Richard McNicol.

Phase 1: Vorbereitende Tanz-Workshops in den verschiedenen Schulen

In einer ersten Projektphase arbeitete jede der beteiligten Schülergruppen für sich. Hierbei wurde den unterschiedlichen Fähigkeiten und Bedürfnissen der Teilnehmer Rechnung getragen und zugleich die Grundlagen für eine gleichberechtigte Zusammenarbeit in der zweiten Projektphase geschaffen. So wurden die Grundschüler, Förderschüler und Gymnasiasten von Yasha Wang auf jeweils andere Weise an die Bewegungssprache des zeitgenössischen Tanzes und die choreographische Umsetzung der Musik von John Cage herangeführt.

Während sich die Förderschüler auf die Begegnung und Zusammenarbeit mit den anderen Schülern vorbehaltslos freuten, war die Anfangsphase des Projekts in der Gruppe der Gymnasiasten, die sich aus 14 männlichen und 8 weiblichen Teilnehmern zusammensetzte, von Bedenken und Berührungsängsten geprägt. Denn neu war für viele Schüler nicht nur Aussicht, mit geistig behinderten Schülern zusammenzuarbeiten, sondern auch die Ausdruckssprache des zeitgenössischen Tanzes.

Um die Situation zu entspannen, wurde mit den Gymnasiasten folgendes Vorgehen vereinbart: Nach vier verpflichtenden Tanzworkshops und einem Besuch der Schulleiterin Barbara Wedekind, die die Buchholzer Waldschule vorstellte, hatte jeder Schüler die Möglichkeit, frei zu entscheiden, in welcher Form er an dem Projekt teilnehmen möchte. Während 10 Schüler mit den Förderschülern zusammenarbeiten wollten, bevorzugten die anderen 12 die Zusammenarbeit mit den Viertklässlerinnen der Grundschule Henriettenstraße.

Video: Zwischenspiele - Interludes II | © 2012

Kurz nach den Osterferien fand dann eine erste Begegnung zwischen den Förderschülern und den Gymnasiasten in einem gemeinsamen Musik- und Tanzworkshop statt.

Phase 2: Gemeinsame Workshop-Arbeit und Aufführung

Anfang Mai 2012 wurden die verschiedenen Schülergruppen dann in einer siebentägigen Intensivphase zusammengeführt. Mithilfe der in den Einzelworkshops erarbeiteten Elemente entwickelten die Kinder und Jugendlichen in unterschiedlichen Konstellationen (Förderschüler und Gymnasiasten; Gymnasiasten und Grundschüler; Förderschüler, Grundschüler und Gymnasiasten) Choreographien zu ausgewählten Sonatas von John Cage sowie eigene Musikstücke.

Durch die gemeinschaftliche Annäherung an Cages Kompositionen begannen die Teilnehmer, sich in die Lage des anderen einzufühlen und seine Stärken und Besonderheit wahrzunehmen und wertzuschätzen. So legten sich die anfänglichen Berührungsängste der Gymnasiasten schnell, als diese bemerkten, mit welcher Herzlichkeit und Offenheit sie von den Förderschülern empfangen wurden. Zugleich beeindruckte sie die Fähigkeit vieler Förderschüler, ihre Emotionen direkt auszudrücken und sich ungehemmt zu bewegen. Umgekehrt bot das Projekt für die Förderschüler die Chance, sich als wertvolles Mitglied einer größeren Gemeinschaft zu erleben und Anerkennung zu finden.

Die außergewöhnlichen Resultate ihrer Zusammenarbeit präsentierten die Kinder und Jugendlichen gemeinsam mit dem Pianisten Ulrich Löffler am 11. Mai 2012 in der gut besuchten Aula des Elly-Heuss-Knapp-Gymnasiums.

Weitere Informationen zum Projekt Interludes

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