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KlangFarben - Projektverlauf

Im Schuljahr 2010/2011 beschäftigten sich 16 Schüler der Buchholzer Waldschule (Unterstufe und Berufspraxisstufe 1), 19 Oberstufenschülerinnen des Elly-Heuss-Knapp-Gymnasiums (Sportkurs) und 22 Viertklässler der Grundschule Henriettenstraße in Musik- und Tanzworkshops mit dem Thema „KlangFarben“. Unter der Leitung der Tänzerin und Choreographin Yasha Wang und des Musikvermittlers Richard McNicol setzten sie sich auf schöpferische Weise mit der Musik und den Ideen des französischen Komponisten Claude Debussy auseinander.

Phase 1: Vorbereitende Workshops in den einzelnen Schulen

In einer ersten Projektphase arbeitete jede der beteiligten Schülergruppen für sich. Ziel war es dabei, den unterschiedlichen Fähigkeiten und Bedürfnissen der Teilnehmer Rechnung zu tragen und zugleich die Grundlagen für eine gleichberechtigte Zusammenarbeit in der zweiten Projektphase zu schaffen. So begannen die Tanzworkshops mit den geistig behinderten Förderschülern, die mehr Zeit für das Memorieren von Bewegungsabläufen benötigten, bereits im Herbst 2010. Ab Januar 2011 wurden dann auch an der Grundschule Henriettenstraße und dem Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium vorbereitende Tanzworkshops durchgeführt.

Während sich die Förderschüler auf die Begegnung und Zusammenarbeit mit den anderen Schülern vorbehaltslos freuten, war die Anfangsphase des Projekts in der Gruppe der Gymnasiastinnen von Bedenken und Berührungsängsten geprägt. So war für viele Schülerinnen nicht nur die Ausdruckssprache des zeitgenössischen Tanzes neu, sondern auch die Aussicht, mit geistig behinderten Schülern zusammenzuarbeiten. Um die Situation zu entspannen, wurde mit den Gymnasiastinnen folgendes Vorgehen vereinbart: Nach vier verpflichtenden Tanzworkshops und einem Besuch der Schulleiterin Barbara Wedekind, die die Buchholzer Waldschule vorstellte, hatte jede Schülerin die Möglichkeit, frei zu entscheiden, ob und in welcher Form sie an dem Projekt teilnehmen möchte. 19 der insgesamt 22 Teilnehmerinnen des Sportkurses entschlossen sich zur weiteren Teilnahme. Während zehn Schülerinnen mit den Förderschülern zusammenarbeiten wollten, bevorzugten die anderen neun die Zusammenarbeit mit den Viertklässlerinnen der Grundschule Henriettenstraße.

Kurz nach den Osterferien fand dann eine erste Begegnung zwischen den Förderschülern und den Gymnasiasten in einem gemeinsamen Musik- und Tanzworkshop statt.

Phase 2: Gemeinsame Workshop-Arbeit und Aufführung

Vor den Sommerferien wurden die verschiedenen Schülergruppen dann in einer siebentägigen Intensivphase zusammengeführt. Auf der Basis der in den Einzelworkshops erarbeiteten Elemente entwickelten die Kinder und Jugendlichen in unterschiedlichen Konstellationen (Förderschüler und Gymnasiasten; Gymnasiasten und Grundschüler; Förderschüler, Grundschüler und Gymnasiasten) Choreographien zu Klavierwerken von Claude Debussy sowie eigene Musikstücke.

Die gemeinsame musikalische und tänzerische Arbeit ermöglichte den Teilnehmern, ohne Worte ein Verständnis füreinander zu entwickeln (ein Teil der geistig behinderten Schüler sprach gar nicht oder nur schwer verständlich) und die Stärken und Besonderheit der Anderen wahrzunehmen und wertzuschätzen. So waren die in der ersten Projektphase von Berührungsängsten gehemmten Gymnasiastinnen von der Herzlichkeit und Offenheit der Förderschüler und ihrer Fähigkeit, Emotionen direkt auszudrücken und sich ungehemmt zu bewegen, beeindruckt. Umgekehrt bot das Projekt für die Förderschüler die Chance, sich als wertvolles Mitglied einer größeren Gemeinschaft zu erleben und Anerkennung zu finden.

Am 8. Juli 2011 präsentierten die Teilnehmer die Resultate ihrer Arbeit gemeinsam mit der Festival-Pianistin Tamara Stefanovich im Reibekuchentheater in Duisburg-Rheinhausen. Unter den begeisterten Zuschauern befanden sich viele stolze Eltern, die ihre Kinder zum ersten Mal in einer solchen Situation erleben konnten.

Weitere Education-Aktivitäten

Im Schuljahr 2010/2011 griffen vier Klassen der Grundschule Sandstraße, mit der das Klavier-Festival Ruhr seit 2008 eng zusammenarbeitet, die Thematik des Discovery-Projekts „KlangFarben“ auf. Über mehrere Monate erarbeiteten sie unter der Leitung des Musiklehrers Klaus Hagge und der Tänzerin Petra Jebavy eigene Musikstücke und Choreographien zu Klavierstücken von Claude Debussy. Dabei wurden sie vom Education-Team des Klavier-Festivals Ruhr beraten.

Am 8. Juli 2011 wurden die Ergebnisse der Workshop-Arbeit in einem Schulkonzert mit Tamara Stefanovich präsentiert.

Weitere Informationen zum Projekt KlangFarben

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