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Bezugspunkte in der Musik und Kunst

Die Natur als Inspirationsquelle – Wasser in der Musik und anderen Kunstformen

Im Sommer 1905 schipperte der französische Komponist Maurice Ravel auf einer zweimonatigen Fluss- und Kanalkreuzfahrt unter anderem durch die Industrielandschaft des Ruhrgebiets und war zugleich überrascht und begeistert: „Das ist nicht annähernd der Rhein, wie ich ihn mir vorgestellt hätte: tragisch und legendenumwoben; es gibt keine Nixen, keine Gnomen und keine Walküren, keine Burgen hoch oben auf tannendunklen Felsspitzen […]. Bei Einbruch der Nacht sind wir zu den Fabriken hinabgestiegen. Wie soll ich Ihnen den Eindruck dieser Schlösser aus flüssigem Metall beschreiben, dieser weißglühenden Kathedralen […].“ Wenige Jahre zuvor hatte sich Ravels Landsmann Claude Debussy, der in Kindertagen nicht Komponist, sondern Seemann werden wollte, auf eine imaginäre musikalische Bootsfahrt begeben und ein kleines vierhändiges Klavierstück mit dem Titel En bateau („Auf einem Schiff“) komponiert.

Wie viele Komponisten vor und nach ihnen waren Debussy und Ravel vom Spiel des Wassers fasziniert. Sie lauschten nicht nur seinen unterschiedlichen Klängen und beobachteten seine vielfältigen Bewegungsformen, sondern versuchten, diese in ihrer Musik auch in Töne zu fassen. 1901 schrieb der 26-jährige Maurice Ravel sein berühmtes Klavierstück Jeux d’eau, „angeregt vom Geräusch des Wassers und von den musikalischen Klängen, die man aus Springbrunnen, Wasserfällen und Bächen heraushören kann“. Drei Jahre später nahm Claude Debussy das Spiel von Licht und Schatten auf der Wasseroberfläche, die tanzenden Sonnenstrahlen und die Spiegelungen des Himmels und der Uferlandschaft zum Ausgangspunkt seiner Komposition Reflets dans l’eau („Spiegelungen im Wasser“). In anderen Klavierstücken beschäftigte er sich mit dem Rauschen und Trommeln des Regens (Jardin sous la pluie, „Gärten im Regen“) oder mit den zahlreichen Lebe- und Fabelwesen, die das Wasser bevölkern. So nimmt der Titel des Klavierstücks Ondine („Undine“) auf die sagenumwobenen Wassernixen Bezug, deren betörender Gesang schon manchem Schiffer zum Verhängnis geworden sein soll.

Beiden Komponisten ging es in ihrer „Wasser-Musik“ allerdings nicht darum, die Klänge und Geräusche des Wassers einfach nur nachzubilden. So erklärte Debussy in einem Interview: „Ich strebe für die Musik eine Freiheit an, […] welche nicht mehr auf die mehr oder weniger getreue Wiedergabe der Natur eingeengt bleiben, sondern auf den geheimnisvollen Entsprechungen zwischen Natur und Phantasie beruhen sollte.“

Selbstverständlich haben sich nicht nur Komponisten, sondern auch Schriftsteller, Dichter, Architekten, Bildhauer und in jüngerer Zeit Fotografen und Filmemacher mit den vielfältigen Erscheinungsformen des Wassers auseinandergesetzt. Eine ganz besondere Form der „Wasser-Kunst“ sind dabei die von Künstlern gestalteten Brunnenbauten. Das Fließen des Wassers, das aufspritzt, sprudelt, gluckst oder rinnt, wird hier nämlich nicht beschrieben oder abgebildet, sondern ist ein elementarer Bestandteil des Kunstwerks selbst. Zu den bekanntesten und originellsten Brunnen-Gestaltern des 20. Jahrhunderts gehören zweifellos Jean Tinguely und Niki de Saint-Phalle. Für die Stadt Duisburg hat die Schweizer Künstlerin in Zusammenarbeit mit ihrem Lebensgefährten Anfang der 1990er Jahre den „Lifesaver“-Brunnen gestaltet.

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