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Wasserspiele II – Musikworkshops

Die musikalische Arbeit des Education-Projekte "La Mer" umfasste verschiedene Komponenten, an denen insgesamt etwa 180 Grundschüler, Gesamtschüler sowie Schülerinnen und Schüler einer Waldorfschule für geistige Entwicklung beteiligt waren. Sie beschäftigten sich auf verschiedene Weise musikalisch mit der Wasserthematik.

Die Arbeit an der Christopherus-Schule in Bochum

Die Christopherus-Schule in Bochum ist eine Ganztagsförderschule in privater Trägerschaft auf der Grundlage der Waldorfpädagogik mit dem Schwerpunkt für geistige Entwicklung. Unter der künstlerischen Leitung von Richard McNicol näherten die Schülerinnen und Schüler sich zunächst sehr frei dem Wasserthema an. Nach und nach entwickelten sie eine Geschichte über einen Fluss und seine unterschiedlichen Stationen, die sie musikalisch darstellten. Dabei benutzten die Schüler ihre Stimmen und konnten zudem auf ihre Erfahrungen im Bereich des Instrumentalspiels zurückgreifen.

Unterstützt wurden sie bei diesem Prozess von Richard McNicol und von Orchestermusikern der Bochumer Symphoniker. So erklärten der Cellist Philipp Willerding-Bach und die Harfenistin der Orchesterakademie den Schülerinnen und Schülern ihre Instrumente, ließen sie darauf spielen und musizierten gemeinsam. Das Ergebnis dieser kreativen Arbeit wurde im Rahmen eines weiteren Familienkonzerts am 29. Juni 2009 im Audi-Max der Ruhr Universität Bochum präsentiert.

"Wie klingt die Emscher?"

Die Arbeit mit der Jahrgangsstufe 6 der Evangelischen Gesamtschule Gelsenkirchen

In einer intensiven Arbeitsphase mit Sechstklässlern der Evangelischen Gesamtschule Gelsenkirchen wurden die Schülerinnen und Schüler an verschiedenen Instrumenten selbst kreativ tätig. In dieser Schule gibt es in den unteren Jahrgangsstufen Bläserklassen, so dass den Jugendlichen nicht nur ermöglicht wird, ein Instrument zu erlernen, sondern zugleich bereits in einem frühen Stadium des Instrumentalunterrichts die Erfahrung des gemeinsamen Musizierens zu machen. Die Schülerinnen und Schüler der Bläserklasse der Jahrgangsstufe 6 studierten den Schluss aus der Orchesterkomposition La Mer von Claude Debussy ein, der einen wichtigen Baustein der Gruppenimprovisation am Ende des Familienkonzerts ausmachte.

Diejenigen Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 6 der Evangelischen Gesamtschule Gelsenkirchen, die die Bläserklasse nicht besuchen, erarbeiteten unter der Leitung von ihrem Musiklehrer Dr. Martin Weyer-von Schoultz sowie mit Unterstützung von Richard McNicol und Musikern der Bochumer Symphoniker ihre eigene Emschermusik. Die Eindrücke, die sie auf ihren Exkursionen zu Emscher gesammelt hatten, inspirierten sie zu einer Vertonung des Emscherverlaufs. So wurde etwa das sanfte Plätschern der Quelle, das rhythmische Hämmern der Pumpen oder der Wandel von dreckigem zu sauberem Wasser im Klärwerk mit musikalischen Mitteln dargestellt. Dabei wurden, wie Martin Weyer-von Schoultz die entstandene Emschermusik beschreibt, „die tagtäglichen Eindrücke vom Fluss Emscher verarbeitet, und die Bruchhaftigkeit dieser Eindrücke zu einem spannungsvollen Klangerlebnis zwischen freier Improvisation und gemeinschaftlichem strukturiertem Musizieren geführt.“

In der gemeinsamen musikalischen Arbeit konnten die Schüler nicht nur musikalische Fähigkeiten schulen, sondern auch ihre sozialen Kompetenzen weiterentwickeln. So bildeten das aktive Zuhören, das gemeinsame Diskutieren, die eigene Wahrnehmung innerhalb der Gruppe sowie das aufeinander Reagieren wichtige Bestandteile der musikalischen Arbeit. Auf diese Weise konnte das Gruppengefühl gestärkt und die Konzentrationsfähigkeit gesteigert werden.

Das Ergebnis dieser ungewöhnlichen Auseinandersetzung wurde am 28. Juni 2009 im Vorfeld des Familienkonzertes im RWE-Pavillon der Philharmonie Essen aufgeführt.

Die Wasser-Improvisation

In den am Familienkonzert beteiligten sechs Grundschulklassen arbeiteten die Lehrer weitestgehend selbständig. Dafür war es erforderlich, im Vorfeld des Projekts Lehrerworkshops durchzuführen, in denen Richard McNicol Aspekte der kreativen Musikvermittlung vorstellte und die Idee der gemeinsamen Wasser-Improvisation erklärte. Auf diese Weise vorbereitet, erarbeiteten die Lehrer gemeinsam mit den Klassen eigene kleine Wasser-Improvisationen auf Orff-Instrumenten. Die Dritt- und Viertklässler ließen die Eindrücke der durch die EmscherKids geleiteten Unterrichtsstunden in ihre Musik einfließen.

Gegen Ende dieser Arbeitsphase besuchte das Education-Team des Klavier-Festivals Ruhr die Schulen, um sich die Ergebnisse des Prozesses anzuhören und gegebenenfalls kleine Hilfestellungen zu geben. Die Wasser-Improvisationen der Grundschüler bildeten den Höhepunkt des Familienkonzertes: Hier wurden die Klassenarbeiten zu einem harmonischen Ganzen zusammengefügt. Am Ende erklang dazu der Schluss aus La Mer, gespielt von Musikern der Bochumer Symphoniker sowie der Bläserklasse der Evangelischen Gesamtschule Gelsenkirchen. Auch das Publikum wurde in diese Aufführung einbezogen, so dass sich der Alfried Krupp Saal der Philharmonie Essen in ein gewaltiges Klangmeer verwandelte.

Weitere Informationen zum Projekt Wasserspiele II

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