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Folk Songs II – Kompositionsworkshops

Im Zentrum der zweiten Projektphase stand die Komposition eines eigenen Werks für kleines Ensemble. Sowohl die kompositorische Sprache, als auch die Verwendungsweise der Melodie und die genaue Besetzung des Werks waren den Teilnehmern freigestellt. Ein wichtiges Thema, das die Kompositionsstunden durchzog, war die Beschäftigung mit unterschiedlichen Möglichkeiten, Klänge zu strukturieren: „Ich habe den Teilnehmern gezeigt, wie man das Spektrum von Klängen untersucht und ausleuchtet“, berichtet Vassos Nicolaou: „Ein Verständnis der akustischen Vorgänge kann dabei helfen, einen Klang als „Klang“ zu betrachten. Bei der Entwicklung von Stücken, die auf Volksmelodien basieren, scheint mir dieser akustische Teil des Komponierens – also nicht nur die Frage, was gerade klingt (z.B. eine Melodie), sondern auch wie es klingt – besonders wichtig zu sein. Zugleich haben wir uns mit unterschiedlichen instrumentalen Techniken beschäftigt sowie mit der Frage, wie man aus einer musikalischen Idee ein überzeugendes Formkonzept entwickeln kann.“

Ergänzt wurden die individuellen Kompositionsstunden durch Gruppen-Workshops. Hier bot sich den jungen Komponisten die Möglichkeit, ihre noch im Entstehungsprozess befindlichen Werke mit den anderen Projektteilnehmern praktisch zu erproben und zu diskutieren: „Die Möglichkeit, ein Stück bereits während des Kompositionsprozesses zu hören, bietet sich nur sehr selten, insbesondere dann, wenn es für mehrere Spieler geschrieben ist. Wenn ein Werk bereits fertig ist, bevor es der Komponist zum ersten Mal in einer Probe hört, ist es oft zu spät für substantielle Änderungen. Da bei unserem Projekt die Komponisten zugleich auch die Spieler der Werke sind, konnten sie ihre Intentionen und Klangvorstellungen bereits im Arbeitsprozess auf ihre Wirksamkeit überprüfen.“ Im Zuge dieser Gruppen-Workshops und Proben hatten die Teilnehmer zugleich die Möglichkeit, unterschiedliche instrumentale Spieltechniken kennenzulernen und verschiedene kompositorische Lösungen zu diskutieren.

Video: Expirimente im Gruppenworkshop | © 2009

Kompositionen der Teilnehmer

Insgesamt acht Kompositionen sind im Rahmen des Projekts Folk Songs II entstanden. Am 25. und 26. Juni 2009 wurden sie von den Projektteilnehmern im Wilhelm Lehmbruck Museum in Duisburg sowie im RWE-Pavillon der Philharmonie Essen aufgeführt. Mit den folgenden Mitschnitten und Einführungstexten möchten wir Ihnen einen Einblick in die entstandenen Kompositionen der Schüler und Studierenden vermitteln.

Anna Naechster: Pote th’aniksoune pania
Die von mir vertonte Melodie stammt von der griechischen Insel Ikaria und handelt von der Seefahrt. Ich habe versucht, durch Klang einen Raum zu schaffen und dem Zuhörer das Gefühl zu geben, selber auf der Insel oder dem Schiff zu sein. Durch Bewegung des Klanges im Raum entsteht eine Dynamik, die eine Art Wellenbewegung imitiert und somit das Thema des Liedes aufgreift.

Anna Naechster (Stimme)
Annika Storck und Christina Dietz (Blockflöte)
Inna Fischer, Sebastian Lüdtke, Julian Meiselbach, Bettina Reese, Felix Stachelhaus, Annika Storck („Paper-Percussion“)

Inna Fischer: Ich hob dich tzufil Lieb
Am Ende, ganz am Ende des Lebens, da kann man nichts mehr ändern. Aber man kann singen. Dass man liebt, nicht hasst, nein, dass man doch zu sehr liebt, um bös' zu sein, dass alles nicht umsonst war, weil man geliebt hat und liebt, aber dass diese Liebe keine Ruhe gibt.

Julian Meiselbach (Trompete)
Inna Fischer (Stimme und Klavier)

Julian Meiselbach: Relations
Ursprung dieses Stückes ist ein griechischer Folk-Song. Es geht um die Beziehung der Instrumente Trompete, Blockflöte und Stimme. Die Form des Stückes ist gespiegelt. In jedem Teil tritt ein anderes Instrument stärker in den Vordergrund. Die Übergänge sind fließend, sodass die Beziehungen deutlich werden.

Anna Naechster (Stimme)
Annika Storck und Christina Dietz (Blockflöte)
Julian Meiselbach (Trompete)

Christina Dietz: Dramma per Natura
In dem koreanischen Volkslied "Se Ta Ryong", das diesem Stück als Grundlage dient, geht es unter anderem darum, dass der Mensch mit der Natur in Einklang leben soll, was in der Realität aber, wie wir alle wissen, nicht immer der Fall ist. Dieses "Dramma", das sich in der Natur abspielt, soll durch den Kontrast zwischen der Originalmelodie und verfremdeten Klängen zu Gehör gebracht werden.

Christina Dietz (Blockflöte)
Gerke Jürgens (Cello)
Inna Fischer (Klavier)

Annika Storck: Grus Grus
„Grus Grus“ stellt ein Duett dar, in dem die Vögel Koreas den Frühling begrüßen.
In diesem für zwei Blockflöten komponierten Stück nehme ich Bezug auf das koreanische Volkslied „Se Ta Ryong“.

Annika Storck und Christina Dietz (Blockflöte)

Felix Stachelhaus: mehrschichtig
Jüdischer Gesang auf einer Trompete im Wechselspiel mit der Umwelt, diese beeinflussend und von dieser beeinflusst in vielen verschiedenen Gestalten. Ständig überlagert und unterbrochen, sich aber immer wieder etablierend und dominierend, bis zum Wendepunkt kurz vor Schluss...

Annika Storck und Christina Dietz (Blockflöte)
Julian Meiselbach (Trompete)
Bettina Reese (Geige)
Sebastian Lüdtke (Klavier)

Bettina Reese: Variationen über "A Ri Rang"
Die beiden koreanischen Volkslieder mit dem Titel „A Ri Rang“ wirken wie zwei gleichzeitig erzählte Geschichten. Sie werden beide von Frauen gesungen, die darauf warten, dass ihre Männer aus dem Krieg heimkehren. Zusammen erzählt bzw. gespielt lösen sie beim Zuhörer zunächst Verwirrung aus. Die Spielteile verstärken den Eindruck von Zerstörtem: des Friedens und der Kommunikation.

Bettina Reese (Violine)
Annika Storck (Blockflöte)

Sebastian Lüdtke: Tum Balalaika
Diese Komposition basiert auf dem traditionellen jüdischen Liebeslied "Tum Balalaika". In der Bearbeitung wird damit experimentiert, wie Klänge von unterschiedlichen Standpunkten aus ineinander übergehen und somit eine Art Stereo-Sound entsteht, der letztlich aber zusammengefügt wird.

Christina Dietz, Inna Fischer, Sebastian Lüdtke, Anna Naechster, Bettina Reese, Annika Storck (Stimme)
Julian Meiselbach (Trompete)

Weitere Informationen zum Projekt Folk Songs II

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