Clare Hammond
Zur Freude finden, indem man Freude schenkt. Sich selbst helfen, indem man anderen hilft. Clare Hammond hat Empathie zu einer Prämisse ihres künstlerischen Schaffens gemacht: „Fast aus dem Impuls heraus beschloss ich, in Gefängnissen zu konzertieren. Ich entwickelte moderierte Einführungen, die auf die seelischen Kämpfe der Komponisten eingingen. Und genau das stellte sich als Schlüssel zum Publikum heraus. Die unruhige Energie im Raum verwandelte sich in gespannte Aufmerksamkeit, als ich von Schuberts sozialer Isolation sprach und dann sein Impromptu in Ges-Dur spielte. Ich glaube, das war der magischste Moment, den ich je bei einem Konzert erlebt habe.“
Clare Hammond wurde so mehr und mehr zur Vermittlerin und wird nicht müde zu betonen, wie nachhaltig das Konzertieren vor einem Publikum, das mit klassischer Musik kaum vertraut ist, ihr ganzes Künstlertum geprägt hat. Sie selbst könnte kaum mehr mit Musik vertraut sein, hat die Britin doch neben ihrem Klavierstudium auch eine Promotion über das Klavierrepertoire für die linke Hand abgeschlossen. Als Dr. Hammond wird man sie allerdings nirgendwo finden können, so sehr stellt sie sich selbst hinter ihren Auftrag zur Musikvermittlung und beschreibt sich als eher introvertiert.
Ganz und gar nicht zurückhaltend ist dagegen ihr bedingungsloser Einsatz für übersehene Stimmen in der Musikgeschichte und besonders für die von Komponistinnen. So sind unter anderem bedeutende Namen wie Hélène de Montgeroult und Cécile Chaminade durch sie wieder in den Konzertalltag gerückt.
Bei Clare Hammonds Debüt beim Klavier-Festival Ruhr im Haus Fuhr in Essen können wir in ihren Händen also Musik der polnischen Komponistin (und Schriftstellerin) Grażyna Bacewicz entdecken, genauso wie die in den letzten Jahren wieder bekannt gewordene Florence Price. Deren Fantasie Nègre von 1929 ist ein frühes Beispiel für die trotz aller Rassentrennung aufstrebende Vereinigung von Klassik und schwarzer Kultur in den USA der 1920er. So beruht dieses Klavierstück auf dem Spiritual „Sinner, please
don’t let this harvest pass“ und wurde von Prices ebenfalls komponierender schwarzer Mitstreiterin Margaret Bonds mit großem Erfolg in Chicago uraufgeführt.
Mit William Grant Still und Earl Wild bringt Hammond weitere Vertreter aus dem Amerika des 20. Jahrhunderts zu Gehör, mit Strawinskys Feuervogel auch einen fulminanten Abschluss ihres Rezitals, nachdem Chopin und Rachmaninow den virtuosen ersten Teil einrahmen. Zwar soll Haus Fuhr an diesem Abend eher nicht zu einem Gefängnis werden, doch können Sie auch hier magische Momente im Konzert der jungen Pianistin erleben, wenn diese mit uns gemeinsam Freude in der Musik findet.
„Das Schönste ist, wenn es mir gelingt, die Leidenschaft, die ich für diese Musik empfinde, dem Publikum zu vermitteln.“
Frédéric Chopin
Barcarolle in Fis-Dur, Op. 60
Sergei Rachmaninow
Etudes-Tableaux, Op. 33
Florence Price
Fantasie Nègre, Nr. 1
Igor Strawinsky
Auszüge aus „Der Feuervogel“-Suite (Arr. Guide Agosti)
und Werke von
Grażyna Bacewicz und William Grant Still
Sollten Sie mit dem ÖPNV anreisen, nutzen Sie bitten den folgenden Routenplaner:
Sollten Sie mit dem PKW anfahren, nutzen Sie bitte die Parkplätze auf dem Marktplatz Werden, Brückstraße 50, 45239 Essen. Zur Anfahrtplanung empfehlen wir Ihnen den folgenden Anfahrtsplaner:
Bitte beachten Sie, dass der Spielort NICHT barrierefrei ist. Parkplätze für mobilitätseingeschränkte Personen sind am Spielort nicht verfügbar. Lediglich zum Ein- und Auslass ist eine Vorfahrt über Haus Fuhr/Eiergasse möglich. Nutzen Sie gerne den Seiteingang des Haus Fuhr, um die 1. Ebene via Aufzug zu erreichen. Behindertenparkplätze stehen auf auf dem Marktplatz Werden, Marktplatz Werden, Brückstraße 50, 45239 Essen zur Verfügung.