Als „dynamisch und präzise am Pult“ (Bachtrack) und mit einem „unbestechlichen Gespür für instrumentale Farbe und Klangbalance“ (Washington Post) gewürdigt, festigt Hannu Lintu seinen Ruf als einer der führenden Dirigenten unserer Zeit. In der aktuellen Spielzeit setzt er seine Tätigkeit als Musikdirektor des Orquestra Gulbenkian sowie als Chefdirigent der Finnischen Nationaloper und des -balletts fort und bestätigt damit seine Meisterschaft sowohl im sinfonischen als auch im opernrepertoire. Zugleich beginnt er seine neuen Funktionen als Künstlerischer Partner des Lahti Symphony Orchestra und als Künstlerischer Leiter des Internationalen Sibelius-Festivals.
In der vergangenen Saison wurde Lintu zudem zum Musikdirektor des Singapore Symphony Orchestra ab der Spielzeit 2026/27 ernannt. Bereits in dieser Saison ist er dort mehrfach zu erleben, unter anderem mit Haydns Nelson-Messe und Schostakowitschs 7. Sinfonie („Leningrader“). Weitere Höhepunkte sind Wiedereinladungen zu den Symphonieorchestern der BBC, von St. Louis, Toronto, Baltimore und Detroit sowie Produktionen von Strauss’ Elektra und die Uraufführung von Sebastian Fagerlunds The Morning Star an der Finnischen Nationaloper.
Zu den sinfonischen Höhepunkten der letzten Jahre zählen Gastdirigate beim Chicago Symphony Orchestra, den New Yorker Philharmonikern (einschließlich einer unmittelbaren Wiedereinladung zum Bravo! Vail Festival), den Berliner Philharmonikern, dem Cleveland Orchestra, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Orchestre National de Radio France, dem Boston Symphony Orchestra, dem Swedish Radio Symphony Orchestra, dem BBC Symphony Orchestra, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, dem Radio Filharmonisch Orkest, dem London Philharmonic Orchestra, dem Atlanta Symphony Orchestra, dem Konzerthausorchester Berlin, dem St. Louis Symphony Orchestra und dem Orchestre Symphonique de Montréal.
Als ausgewiesener Spezialist für Oper und Konzert umfasst Lintus jüngste Operntätigkeit unter anderem Enescus Œdipe mit den Wiener Symphonikern bei den Bregenzer Festspielen, Wagners Der fliegende Holländer an der Opéra de Paris sowie Debussys Pelléas et Mélisande an der Bayerischen Staatsoper. Hinzu kommen zahlreiche Produktionen an der Finnischen Nationaloper und am -ballett, darunter ein mehrjähriger Ring-Zyklus, Poulencs Dialogues des Carmélites, Mozarts Don Giovanni, eine choreographisch neu gedachte Fassung von Verdis Messa da Requiem, Puccinis Turandot, Strauss’ Salome und Brittens Billy Budd.
Lintu hat zahlreiche Einspielungen für Ondine, BIS Records, Naxos, Avie Records und Hyperion Records vorgelegt. Seine vielseitige Diskografie umfasst unter anderem Orchesterwerke von Magnus Lindberg, sämtliche Klavierkonzerte Beethovens mit Stephen Hough sowie Lutosławskis Sinfonien Nr. 1–4 – allesamt mit dem Finnischen Radiosinfonieorchester. Seine vielfach ausgezeichnete Arbeit wurde mit zwei International Classical Music Awards geehrt und mehrfach für Gramophone- und GRAMMY-Preise nominiert, unter anderem für Aufnahmen wie Bartóks Violinkonzerte mit Christian Tetzlaff, Sibelius-Werke mit Anne Sofie von Otter, Rautavaaras Kaivos sowie die Violinkonzerte von Sibelius und Thomas Adès mit Augustin Hadelich und dem Royal Liverpool Philharmonic Orchestra.
Lintu studierte Violoncello und Klavier an der Sibelius-Akademie, wo er später auch Dirigieren bei Jorma Panula erlernte. Weitere Impulse erhielt er in Meisterkursen bei Myung-Whun Chung an der Accademia Musicale Chigiana in Siena. 1994 gewann er den ersten Preis beim Nordischen Dirigentenwettbewerb in Bergen.