Elisabeth Leonskaja

Klavier

Elisabeth Leonskaja zählt zu den großen Pianistenpersönlichkeiten unserer Zeit. Für ihr Lebenswerk wurde sie 2020 mit dem International Classical Music Award (ICMA) ausgezeichnet. Zu den zahlreichen Ehrungen zählen außerdem die höchste kulturelle Auszeichnung ihrer georgischen Heimat, der Titel „Priesterin der Kunst“, das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst Erster Klasse sowie die Wigmore Hall Medal, die ihr 2024 in London verliehen wurde.

Entscheidend für ihre künstlerische Entwicklung war die Begegnung mit Swjatoslaw Richter. Der legendäre Pianist erkannte früh ihre außergewöhnliche Begabung, förderte sie nachhaltig und blieb ihr bis zu seinem Tod 1997 freundschaftlich verbunden. Bis heute gilt Leonskaja als eine der bedeutendsten Vertreterinnen jener großen russischen Klavierschule, die Richter maßgeblich geprägt hat.

1978 verließ Elisabeth Leonskaja die Sowjetunion und ließ sich in Österreich nieder. Mit einem gefeierten Debüt bei den Salzburger Festspielen begann ihre internationale Karriere. Seither tritt sie als Solistin mit den führenden Orchestern und Dirigenten der Welt auf und ist regelmäßig in den bedeutendsten Konzertsälen Europas zu erleben.

Neben ihrer Tätigkeit als Solistin nimmt die Kammermusik einen zentralen Platz in ihrem künstlerischen Schaffen ein. Besonders prägend war ihre langjährige Zusammenarbeit mit dem Alban Berg Quartett, aus der zahlreiche mittlerweile legendäre Aufnahmen hervorgingen. Charakteristisch für ihr Musizieren ist der Wunsch, zum Wesentlichen eines Werkes vorzudringen und die Musik stets in den Mittelpunkt zu stellen.

Auch als Aufnahmekünstlerin genießt Elisabeth Leonskaja höchste Anerkennung. Ihre umfangreiche Diskographie wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Caecilia Prize und dem Diapason d’Or. Sie hat sämtliche Klaviersonaten von Franz Schubert sowie Wolfgang Amadeus Mozart eingespielt. Zu ihren jüngeren Veröffentlichungen zählen die Klavierkonzerte von Robert Schumann und Edvard Grieg mit dem Luzerner Sinfonieorchester unter Michael Sanderling, ein Soloalbum mit Werken der Zweiten Wiener Schule sowie Beethovens Fünftes Klavierkonzert „Emperor“ und das Quintett für Klavier und Bläser. 2026 erschien zudem eine Neuauflage ihres Schumann-Albums mit den Abegg-Variationen, Papillons und den Études symphoniques.

Mit ihrer kompromisslosen Hingabe an die Musik, ihrer künstlerischen Integrität und ihrer außergewöhnlichen Ausdruckskraft gehört Elisabeth Leonskaja seit Jahrzehnten zu den bedeutendsten und angesehensten Pianistinnen der internationalen Konzertszene.