Seitdem Kit Armstrong vor nahezu zwanzig Jahren die internationalen Bühnen betrat, fasziniert er die Musikwelt. Die intensive Beschäftigung mit der Musik steht bei ihm auf selbstverständliche Art und Weise in enger Beziehung mit anderen Künsten sowie mit Naturwissenschaften und Mathematik.
Auf seinem im Juli 2021 veröffentlichten Debütalbum bei Deutsche Grammophon präsentierte sich Kit Armstrong mit Werken von William Byrd und John Bull, den Gründungsvätern der Musik für Tasteninstrumente. Mit ihren gegensätzlichen Musikerpersönlichkeiten – reine, komplexe Schönheit auf der einen und leidenschaftlicher Selbstausdruck auf der anderen Seite – schufen Byrd und Bull gemeinsam das Universum, das die Instrumentalmusik seither bestimmt. Für die kommenden Spielzeiten hat Kit Armstrong einen Zyklus von 500 Jahren Klaviermusik entwickelt. In fünf Programmen nimmt er seine Zuhörer auf eine Reise durch fünf Jahrhunderte Klaviermusik von 1520 bis 2020. Besonders eindrücklich entfalten sich in der von ihm konzipierten Chronologie die musikalischen Strömungen, Einflüsse und Querbezüge für die Hörer.
Kit Armstrong ist mit einigen der weltbesten Orchester aufgetreten, darunter die Wiener Philharmoniker, die Staatskapelle Dresden, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das Gewandhausorchester Leipzig, das NHK Symphony Orchestra und die Academy of St Martin in the Fields. Er war Artist-in-Residence bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, dem Mozartfest Würzburg, dem Musikkollegium Winterthur, und der Luxemburger Philharmonie u.a. und ist langjähriger Partner der Akademie für Alte Musik Berlin. Zusammen mit Renaud Capuçon spielte er alle Mozart-Violinsonaten für die Deutsche Grammophon ein. Im Projekt “Expedition Mozart” vertieft Kit Armstrong gemeinsam mit dem Quatuor Hermès, dem Minetti-Quartett, dem Schumann-Quartett, sowie weiteren führenden Instrumental- und Vokalsolisten seine Beschäftigung mit Mozart. Armstrong tritt auch weltweit mit Orgelkonzerten in großen Säalen wie der Berliner Philharmonie, der Kölner Philharmonie, dem Konzerthaus Wien, und Weiwuying in Kaohsiung auf.
Alfred Brendel, der Kit Armstrong seit 2005 als Lehrer und Mentor begleitete, schrieb ihm „Verständnis der großen Klavierliteratur als eine Einheit von Gefühl und Verstand, Frische und Verfeinerung“ zu. Die einzigartige Beziehung zwischen Armstrong und Brendel wurde in dem Film des britischen Regisseurs Mark Kidel Set the Piano Stool on Fire festgehalten.
Die Edition Peters verlegt Kit Armstrongs Kompositionen. Zu Auftraggebern seiner Werke gehören das Gewandhaus Leipzig, das Bachwoche Ansbach, das Mozartfest Würzburg, das Klavier-Festival Ruhr, und die Schubertiade Vorarlberg.
Als Kit Armstrong im Jahr 2012 eine Kirche im nordfranzösischen Städtchen Hirson nahe der belgischen Grenze erwarb, begann eine einzige Erfolgsgeschichte, die seither ein großes Echo in den Medien findet. Mit der Kirche St. Thérèse ist es ihm gelungen, ein sozio-kulturelles Zentrum zu schaffen, das regelmäßig Konzerte und interdisziplinäre Projekte für ein regionales und überregionales Publikum veranstaltet.
Geboren 1992 in Los Angeles, studierte Armstrong am Curtis Institute of Music und an der Royal Academy of Music in London. Mit 7 Jahren begann er ein Kompositionsstudium an der Chapman University und ein Physikstudium an der California State University, später auch Chemie und Mathematik an der University of Pennsylvania und Mathematik am Imperial College London. Er erwarb einen Master in Mathematik an der Universität Paris VI.
Im Jahr 2024 veröffentlichte die Autorin Inge Kloepfer unter dem Titel “Metamorphosen eines Wunderkinds” eine Biografie über Kit Armstrong.