Krystian Zimerman

Klavier

Für Krystian Zimerman ist Musik die Kunst, Emotionen zur rechten Zeit zu organisieren. Ob er Werke von Beethoven oder Chopin, Schubert oder Szymanowski spielt, die Interpretationen des polnischen Pianisten zeigen unzählige Ausdrucksnuancen und enthüllen die Klarheit seines musikalischen Erzählens. Dass Zimerman als einer der größten Künstler unserer Zeit gilt, beruht nicht zuletzt auf der Frische und Originalität seiner Aufführungen, die sehr persönlich und sorgfältig bis ins Detail vorbereitet sind. Manchmal studiert er ein Werk jahrzehntelang, erforscht jeden Aspekt und den Sinngehalt, bevor er es ins Programm seiner Rezitale einführt oder im Aufnahmestudio spielt. Sein Ansatz ist Teil eines lebendigen Prozesses schöpferischer Entwicklung, in dem Selbstkritik, intensives Nachdenken und Intuition eine wichtige Rolle spielen. „Der letzte Touch – der die Kunst ausmacht – kommt im Konzertsaal“, stellt er fest.

Krystian Zimermans künstlerische Arbeit ist untrennbar verbunden mit seiner Kenntnis der Mechanik und Bauweise seines Instruments. In seiner Jugend erwarb er handwerkliche Fähigkeiten als Klavierbauer und -techniker, die er seither in enger Zusammenarbeit mit Steinway & Sons in Hamburg weiter perfektioniert hat.

Krystian Zimerman kam 1956 im südpolnischen Zabrze als Sohn einer musikalischen Familie zur Welt. Schon als Kleinkind wurde er durch die vielen Musiker, die bei seinen Eltern zu Gast waren, mit der Aufführung von Kammermusik vertraut. Als Fünfjähriger erhielt er ersten Klavierunterricht bei seinem Vater, der selbst Pianist war, und studierte später privat sowie am Konservatorium von Katowice bei Andrzej Jasiński.

Sein Durchbruch erfolgte, als er 1975 den ersten Preis beim Chopin-Wettbewerb in Warschau gewann. Der Achtzehnjährige war der jüngste Sieger in der Geschichte des renommierten Wettbewerbs und wusste, dass er noch Zeit brauchte, um seine künstlerischen Fähigkeiten voll zu entwickeln. 1976 lud ihn der legendäre Artur Rubinstein ein, mit ihm in Paris zu arbeiten. Diese Phase der engen Zusammenarbeit mit einem der größten Pianisten des 20. Jahrhunderts brachte ihm neue künstlerische und psychologische Erkenntnisse, ebenso wie die Arbeit mit Claudio Arrau, Emil Gilels, Svjatoslov Richter und Arturo Benedetti Michelangeli.

Seither ist Krystian Zimerman mit vielen internationalen Spitzenmusikern aufgetreten. Kammermusik spielte er unter anderem mit Gidon Kremer, Kyung-Wha Chung und Yehudi Menuhin, und er arbeitete mit Dirigenten wie Leonard Bernstein, Pierre Boulez, Bernard Haitink, Herbert von Karajan, Zubin Mehta, Riccardo Muti, André Previn, Seiji Ozawa, Sir Simon Rattle und Stanisław Skrowaczewski und hat mit den renommiertesten Orchestern der Welt gearbeitet, u.a. mit den Wiener Philharmonikern, dem Chicago Symphony Orchestra und immer wieder den Berliner Philharmonikern.

Im September 2022 wurde Krystian Zimerman der Praemium Imperiale für Musik verliehen. Die 1989 ins Leben gerufenen Preise werden alljährlich von der Japan Art Association unter Schirmherrschaft seiner kaiserlichen Hoheit Prinz Hitachi vergeben. Sie zählen zu den wichtigsten Auszeichnungen für Künstler in den Kategorien Malerei, Bildhauerei, Architektur, Musik und Theater/Film.

Kommende Konzerte

20:00 Uhr
Duisburg
Mercatorhalle,
Philharmonie Mercatorhalle
Krystian Zimerman

Werke von: Das Programm wird zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.

Krystian Zimerman, Perfektionist und Ausnahmeerscheinung, gibt 2026 sein einziges Deutschland-Rezital beim Klavier-Festival Ruhr. Der Wahl-Schweizer reist mit eigenem Flügel, prüft Akustik und plant Programme akribisch. Für seine Selbstkritik bekannt, bleibt er dennoch ein Publikumsliebling – ausgezeichnet mit dem Festivalpreis 2023.