Hercules Gomes stammt aus Vitória und begann mit 13 Jahren autodidaktisch Klavier zu spielen. Bald war er in Bands der lokalen Musikszene aktiv, bevor er an der Escola de Música do Espírito Santo studierte und später sein Bachelorstudium in Musik Popular an der UNICAMP abschloss.
Heute gilt Hercules als einer der bedeutendsten brasilianischen Pianisten seiner Generation. Er trat bei renommierten Festivals wie MIMO, Savassi Festival, Festival de Inverno de Campos do Jordão, Jazz Plaza in Havanna, Piano Piano in Buenos Aires und dem Brazilian Music Institute in Miami auf. Als Solist spielte er mit Orchestern wie der Orquestra Sinfônica de Campinas, der Jerusalem Symphony Orchestra, der Orquestra Filarmônica de Montevidéu und der OSUSP. Zu seinen Höhepunkten zählen Interpretationen von Werken von Radamés Gnattali, Gershwin und João Carlos Rocha.
Hercules wurde mehrfach ausgezeichnet, darunter der 11. Prêmio Nabor Pires de Camargo (2012), der Prêmio MIMO Instrumental (2014) und der Prêmio Cidadão SP (2020). Er arbeitete mit Größen wie Nailor Proveta, Banda Mantiqueira, Letieres Leite und Wilson das Neves zusammen und war Teil des Projekts Goma-Laca, das afrobrasilianische Musiktraditionen neu belebt.
Als Solist und Komponist veröffentlichte er mehrere Alben, die das brasilianische Klavier in seiner ganzen Vielfalt zeigen: Pianismo (2013), No tempo da Chiquinha (2018), Tia Amélia para Sempre (2020) und Sarau Tupynambá (2022). Seine Musik verbindet brasilianische Rhythmen, Jazz und klassische Einflüsse mit virtuoser Technik und poetischem Ausdruck.
Neben seiner Konzerttätigkeit engagiert sich Hercules als Dozent bei Festivals und Workshops in Brasilien und im Ausland. Mit seinem expressiven Repertoire und seiner stilistischen Vielseitigkeit inspiriert er Musiker weltweit und gilt als einer der führenden Vertreter des brasilianischen Klaviers.