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Klavier & Elektronik

„Ich möchte neue Möglichkeitsräume für das Instrument erschließen und das Ausdrucksspektrum erweitern. In meiner Liebe zur Musik suche ich nach neuen Klangerlebnissen, die das Publikum berühren und die Künstler in die Lage versetzen, ihre Vorstellungen von Musik noch intensiver umzusetzen.“

Dieses Zitat stammt nicht von Francesco Tristano. Auch nicht von Büşra Kayıkçı. Die Grandbrothers haben diese Sätze ebensowenig verfasst wie Michael Wollny. Offen gestanden: Ich habe mir diese Sätze ausgedacht. Oder sagen wir: Ich habe sie mir vorgestellt, als ich die Wurzeln des modernen Klaviers ergründen wollte. In meiner Imagination saß ich da in der Werkstatt von Bartolomeo Cristofori in Florenz. Und Bartolomeo bot mir nicht nur das „Du“ an, sondern diktierte mir diese Sätze als seine Vision, sein Mission Statement. Irgendwie so könnte es gewesen sein…

Cristofori (1655 – 1731) war Cembalobauer gewesen. Und war unzufrieden. Unzufrieden mit der klanglichen Beschränktheit dieses Tasteninstruments. Er wollte mehr: Mehr Dynamik, mehr Möglichkeiten, auch mehr Klangfarben. Der Rest ist Musikgeschichte. Wohl 1698 eilte Cristofori mit einer neuartigen Konstruktion zum Prinzen Ferdinando de‘ Medici. Er hatte ein „Arpicimbalo“ gebaut. Es bringt „das Piano und das Forte“ hervor. Die Saiten wurden nicht mehr, wie beim Cembalo, mit einem Haken angerissen, sondern mit einem Hämmerchen angeschlagen. Und je nach Intensität des Anschlags erklang die Saite leise oder laut. So erschuf Cristofori neue Möglichkeitsräume, erweiterte das Ausdrucksspektrum, inspirierte andere Instrumentenbauer und Komponisten und gab der Musikgeschichte einen entscheidenden Schub.

Was hat das mit unserer neu initiierten Reihe Klavier & Elektronik in der sagenhaften Heilig-Kreuz-Kirche in Gelsenkirchen-Ückendorf zu tun? Wir wollen dem Geist Cristoforis, dem Geist der Innovation, des Tüftelns und Klangsuchens, in unserem Festivalprogramm einen eigenen Raum geben. Denn wie in den letzten Jahrzehnten mit Synthesizer und Laptop, mit Live-Elektronik oder besonderer Präparierung des Klaviers eben neue Möglichkeitsräume geschaffen wurden, wie das Ausdrucksspektrum erweitert wurde, wie neue Klangerlebnisse zu neuen Konzertformaten führten und auch neue Künstlertypen hervorbrachten – das ist Cristofori 2.0!

Oliver Geisler


In unserer neuen Reihe erleben Sie im Juni künstlerische Pioniere, die den Grenzbereich zwischen Klavier und elektronischen Klängen erkunden: Francesco Tristano, Büşra Kayıkçı, die Grandbrothers und Michael Wollny. Buchen Sie alle vier Konzerte im Package und sparen Sie 10 % vom Kartenpreis!

Juni '24

22
Sa
Samstag, 22. Juni 2024 | 20:00 Uhr
Gelsenkirchen  Heilig-Kreuz-Kirche

Klavier & Elektronik: "Wunderkammer"

€ 45 | 35 (ermäßigt)

ohne Pause

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