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Education Entdecken & Vermitteln Interaktive Vermittlungsmaterialien Bärenreiter Piano Album Olav Lervik: Imbalances I/II

Olav Lervik im Interview

  • Frage 1:

    Die Anfrage ein zweihändiges und ein vierhändiges Klavierstück für ein Projekt mit einem pädagogischen Schwerpunkt zu schreiben, erreicht einen Komponisten nicht alle Tage. Wie sind Sie mit diesem ungewöhnlichen Auftrag umgegangen?


    Olav Lervik
  • Frage 2:

    In Ihrem Werk verwenden Sie zahlreiche Glissandi. Wie sind diese zu spielen und welche Partie des vierhändige Stücks haben sie dem Klavierschüler zugedacht?


    Olav Lervik
  • Frage 3:

    In Ihren Stücken arbeiten Sie mit scharfen Kontrasten. Was interessiert Sie an der Idee kontrastierender Charaktere und welche verschiedenen Schichten lassen sich in Ihrem vierhändigen Stück unterscheiden?


    Olav Lervik
  • Frage 4:

    Für den Schlussteil Ihrer beiden Stücke haben Sie eine rhythmisch freiere Notation gewählt. Was möchten Sie mit dieser Notationsweise erreichen und wie soll die Schlusspassage gespielt werden?


    Olav Lervik
  • Frage 5:

    Wie sind Sie zum Komponieren gekommen und in welchem Alter haben Sie damit begonnen?


    Olav Lervik
  • Frage 6:

    Welche Rolle hat Improvisation in Ihrem eigenen Klavierunterricht gespielt?


    Olav Lervik

Zur Spieltechnik

Ergänzend zum Interview mit Olav Lervik haben wir im Folgenden einige Filmsequenzen zu spieltechnischen Fragen zusammengestellt. Da sich jede Filmsequenz auf einen spezifischen Werkausschnitt bezieht, empfehlen wir Ihnen zum besseren Verständnis die gleichzeitige Verwendung der Notenausgabe.

Klicken Sie auf ein Beispiel, um die Spieltechnik anzusehen!

Imbalances I

Beispiel 1:
Fabian Müller spielt die Anfangspassage von Imbalances I (Takt 1–11)

Beispiel 2:
Glissando-Spiel am Beispiel von Takt 25

Beispiel 3:
Glissandi mit einem akzentuierten Wendepunkt 
am Beispiel von Takt 27

Beispiel 4:
Glissandi mit einer akzentuierten Mittelnote am Beispiel von Takt 33

Beispiel 5:
Zur Artikulation der Schlusspassage

Klicken Sie auf Beispiel 1, um die Spieltechnik anzusehen!

Imbalances II

Beispiel 1:
Zur Gestaltung der Anfangspassage

Werktext zu Imbalances I/II

Olav Lervik arbeitet in seinen Klavierstücken Imbalances I und Imbalances II mit kontrastierenden Charakteren und Spieltechniken. So werden einem entfernten Choral in abruptem Wechsel fließende Glissandi und harte Staccato-Klänge gegenübergestellt. Durch die Gleichzeitigkeit verschiedener Ereignisschichten entsteht dabei ein Zustand der Instabilität, auf den der englische Titel Imbalances (Ungleichgewicht, Unausgewogenheit) anspielt. Im zweihändigen Stück wird dieser Eindruck durch ständige Tempowechsel noch verstärkt. 

Lerviks Werke sind nicht nur Studien über musikalische Kontraste, sondern führen zugleich in eine spezifische Form des Glissandospiels ein. Während in der älteren Literatur das Glissando in den meisten Fällen auf den weißen und manchmal auf den schwarzen Tasten zu spielen ist, wird hier gefordert, dass der Spieler mit seiner Handfläche gleichzeitig über die weißen und schwarzen Tasten gleitet. Dabei kann er nicht nur eine neue Klangwelt erkunden, sondern auch das Zusammenspiel von Tastenwiderstand, Armgewicht und Geschwindigkeit in unterschiedlichen Bewegungsformen erforschen. 

Um schmerzhafte Reibungen beim Gleiten über die Tasten zu vermeiden, empfiehlt es sich, bei längerem Üben einen Handschuh (ev. mit abgeschnittenen Fingerkuppen) zu tragen. In der Schlusspassage beider Stücke verwendet der Komponist eine freie rhythmische Notation. Diese ungewöhnliche Schreibweise möchte den Interpreten dazu anhalten, den Eindruck einer „entspannten Unregelmäßigkeit“ zu erwecken. 

Biographie - Olav Lervik

Olav Lervik wurde 1982 in Straßburg (Frankreich) geboren. Er erhielt mehrfach Auszeichnungen als junger Komponist beim Landeswettbewerb Baden-Württemberg und beim Bundeswettbewerb. Im Alter von 15 Jahren erhielt er seinen ersten Kompositionsunterricht bei Prof. Spahlinger in Freiburg. Er studierte Komposition bei Prof. Obst in Weimar und bei Michael Jarrell in Genf. Dabei absolvierte er auch ein Opernkorrepetitions-Studium in Weimar. Seit 2009 studiert er Komposition an der Musikhochschule Stuttgart in der Klasse von Prof. Marco Stroppa. 

Olav Lervik hat mit zahlreichen, renommierten Ensembles und Musikern seine Stücke erarbeitet und uraufgeführt (SR- Orchester Saarbrücken, Klangforum Wien, Ensemble Recherche, Minguet-Quartett, Ensemble SurPlus, Pierre-Laurent Aimard, Tamara Stefanovich u.a.). Er wurde ebenfalls zu zahlreichen renommierten Meisterkursen eingeladen. Dazu zählen der Meisterkurs in Royaumont bei Brian Ferneyhough, Akademie Schloss Solitude mit Chaya Chernovin, Acanthes mit Beat Furrer und Hans-Peter Kyburz, und auch Uraufführungen bei den internationalen Ferienkursen in Darmstadt. 

Dank der Unterstützung von Peter Eötvös war Olav Lervik 2010 Stipendiat des Herrenhauses Edenkoben. Er erhielt bisher unter anderem Kompositionsaufträge vom Klavier-Festival Ruhr und der Villa Musica. 

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