Education Projekte KlavierModern Piano Book Das Projekt Zu den Auftragswerken

Zu den Auftragswerken

Wie unterschiedlich die Komponisten mit der ungewöhnlichen Aufgabenstellung umgegangen sind, bezeugen die sechzehn entstandenen Klavierstücke. Sie sind zwischen 35 und 127 Takten lang, bewegen sich in verschiedenen Ausdrucksbereichen und ermöglichen die Erkundung unterschiedlicher Spielweisen und Kompositionstechniken. Bereits die Titel weisen dabei in verschiedene Richtungen. Während Two or Four oder Solo play und Duo play die Besetzung in den Mittelpunkt stellen, wecken Give Him His Hat, Le marteau fantôme („Der Geisterhammer“) oder astronauts Assoziationen, die über den Bereich der Musik hinausreichen. Auch die 'Themen', um die die Stücke kreisen, sind sehr unterschiedlich. Quasi a due von Hanspeter Kyburz lässt sich als eine Studie über Kontraste im Bereich der Artikulation und Dynamik deuten. Olav Lervik hingegen spielt in Imbalances I/II mit der Gegenüberstellung von Handflächenglissandi, harten Staccato-Klängen und einem entfernten Choral. Marco Stroppa und Vassos Nicolaou schließlich verwenden das Klavier als Resonator und erkunden in ihren Werken die geheimnisvolle Welt der Nachklänge.

Obwohl alle Komponisten das zweihändige und das vierhändige Stück aufeinander bezogen haben, sind diese Beziehungen sehr unterschiedlich gestaltet. So setzt sich George Benjamins Two or Four aus einer zweihändigen und einer vierhändigen Miniatur zusammen. Beide können zwar einzeln gespielt werden, gehören eigentlich aber zusammen. Erklingen sie direkt hintereinander, so wird sofort deutlich, dass es sich hier um zwei Fassungen desselben Stückes handelt: einem zweihändigen ersten Teil und einer vierhändigen variierten Wiederholung, in der sich der Klangraum weitet. Auch bei Luke Bedford ist die vierhändige Version seiner Komposition Give Him His Hat eine getreue Transkription des zweihändigen Stücks. Beide Fassungen gehen allerdings nicht wie bei Benjamin unmittelbar ineinander über, sondern sind zwei voneinander unabhängige Versionen ein und desselben Werkes.

Einen anderen Weg haben York Höller und Hanspeter Kyburz eingeschlagen. Bei ihnen wird das zweihändige Stück in der vierhändigen Fassung um zusätzliche Schichten bereichert. So erklingt in Höllers Duo play in der Partie des ersten Spielers die Musik von Solo play. Der zweite Spieler greift an einigen Stellen unterstützend ein, ergänzt und kontrapunktiert aber ansonsten das Spiel seines Duopartners. In der vierhändigen Version von Hanspeter Kyburz‘ quasi a due liegt die zusätzliche Schicht hingegen im Primo.

Während die Bezüge zwischen der zweihändigen und der vierhändigen Fassung bei Höller und Kyburz klar erkennbar sind, werden sie bei Johannes Boris Borowski und Olav Lervik verschleiert. Das vierhändige Klavierstück basiert zwar bei beiden Fällen auf dem zweihändigen Stück, die verschiedenen Elemente werden aber variiert und auch in ihrer Anordnung vertauscht. Bei Vassos Nicolaou schließlich sind die Bezüge nur noch unterschwellig vorhanden. Dass das zweihändige Stück astronauts und das vierhändige Stück scene, die in sehr unterschiedlichen Ausdrucksbereichen angesiedelt sind, auf einem gemeinsamen Grundmaterial basieren, erschließt sich erst in der Analyse.

Ein wichtiges Anliegen des Education-Projekts war es, die beauftragten Werke nach ihrer Uraufführung auch zugänglich zu machen. So sind zwölf der insgesamt sechzehn Klavierstücke im Klavier-Festival Ruhr Bärenreiter Piano Album erschienen. Zugleich wurde der Mitschnitt der Uraufführung im Rahmen der Edition Klavier-Festival Ruhr Volume 26 (Schumann, Chopin & Neue Klaviermusik) auf CD dokumentiert.

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